Meta erweitert sein Angebot an Smart-Brillen und bringt mit den Meta Glasses erstmals eine eigene Modellreihe ohne Ray-Ban-Branding auf den Markt. Die neuen „Meta Glasses” sind in Deutschland bereits ab 309 Euro erhältlich und sind in drei Designs verfügbar: „Adventurer”, „Fury” und „Starfire Kylie Edition”.
Damit versucht Meta, seine KI-Brillen einem breiteren Publikum zugänglich zu machen. Bisher standen die Modelle Ray-Ban Meta und Oakley Meta im Fokus. Die neue Reihe ist dagegen bewusst breiter aufgestellt: Sie bietet einen günstigeren Einstiegspreis, mehr Formen, mehr Farben und einen stärkeren Fokus auf Alltagstauglichkeit.
Drei neue Designs: Adventurer, Fury und Starfire
Die neue Serie besteht aus drei Varianten. Die Meta Adventurer setzt auf eine klassische, rechteckige Form und ist damit die unauffälligste Variante. Die Meta Fury wirkt kantiger und sportlicher. Die Meta Starfire Kylie Edition ist eine schlankere, ovale Brille, die in Zusammenarbeit mit Kylie Jenner entstanden ist.
In Deutschland starten die Modelle Adventurer und Fury preislich bei 309 Euro. Die Starfire Kylie Edition ist mit einem Startpreis von 419 Euro das teurere Modell der neuen Reihe. Insgesamt positioniert Meta die Brillen etwas günstiger als viele bisherige Modelle aus dem Ray-Ban-Meta-Umfeld.
Was können die neuen Meta Glasses?
Technisch gesehen haben die neuen Meta Glasses mehr zu bieten als nur ein modisches Gestell. In die Brillen ist eine 12-MP-Ultraweitwinkelkamera integriert, mit der sich Fotos und Videos aus der Ich-Perspektive aufnehmen lassen. Videos können in 3K aufgenommen werden, einzelne Clips können bis zu drei Minuten lang sein. Der interne Speicher umfasst 32 GB und bietet Platz für mehr als 1.000 Fotos oder über 100 kurze Videos.
Auch zur Akkulaufzeit macht Meta klare Angaben. Die Brillen sollen mit einer Ladung über acht Stunden durchhalten. Das mitgelieferte bzw. separat erhältliche Ladecase erweitert die Laufzeit unterwegs deutlich und lädt die Brille in rund 20 Minuten wieder auf 50 Prozent. Eine vollständige Ladung über den Charging Stand dauert etwas mehr als eine Stunde.
Die Smart-Brillen lassen sich per Sprachbefehl, Touch-Gesten oder über eine Taste am Rahmen bedienen. Zusätzlich sind Open-Ear-Lautsprecher für Musik und Anrufe sowie mehrere Mikrofone für Sprachbefehle und die Nutzung von Meta AI integriert. Ein Display ist jedoch nicht vorhanden. Die neuen Meta Glasses sind somit keine klassischen AR-Brillen, sondern smarte KI-Brillen mit Kamera, Audio- und Sprachfunktionen.
Zu den genannten Funktionen gehören unter anderem die folgenden:
- integrierte Kamera für Fotos und Videos
- Mikrofone für Sprachbefehle und Anrufe
- Open-Ear-Audio für Musik und Telefonate
- Meta AI für Fragen zur Umgebung
- Live-Übersetzung in mehreren Sprachen
- Fußgänger-Navigation mit Audiohinweisen
- Dynamic Photos, bei denen mehrere Bilder aufgenommen und das beste vorgeschlagen wird
Außerdem gibt es einige neue Komfortdetails. Laut Meta zählen dazu ein Action-Button, dreifach verstellbare Nasenpads, flexible Scharniere und anpassbare Bügelenden. Dadurch sollen die Brillen mehr Gesichtsformen abdecken und sich im Alltag wie normale Brillen tragen lassen.
Technische Details der neuen Meta Glasses
| Bereich | Details |
|---|---|
| Akkulaufzeit | laut Meta über 8 Stunden pro Ladung bei typischer Nutzung. |
| Ladecase | separates Meta-Glass-Ladecase, kompatibel mit Meta Adventurer, Meta Fury und Meta Starfire. Meta nennt hier eine Schnellladung auf 50 Prozent in rund 20 Minuten und bis zu 40 Stunden zusätzliche Laufzeit über das Case. |
| Laden über Stand | mit dem Meta Glasses Charging Stand sollen die Brillen in etwas mehr als einer Stunde vollständig geladen werden; 50 Prozent sollen ebenfalls in rund 20 Minuten möglich sein. |
| Kamera | 12-MP-Ultraweitwinkelkamera. Bei der Fury nennt Meta ausdrücklich 3K-Video und 12-MP-Kamera. |
| Videoaufnahme | 3K-Video; einzelne Clips können laut Meta bis zu 3 Minuten lang sein, bei Stories bis zu 1 Minute. |
| Speicher | 32 GB Flash-Speicher, laut Meta ausreichend für über 1.000 Fotos und mehr als 100 Videos mit 30 Sekunden Länge. |
| Arbeitsspeicher | bei der Starfire Kylie Edition nennt Meta 2 GB LPDDR4x. |
| Chip | Meta nennt bei den AI Glasses den Snapdragon AR1 als Plattform für die Brillen. |
| Konnektivität | Bluetooth 5.3 und Wi-Fi 6 werden für Metas AI-Glasses-Plattform genannt. |
| Audio | Open-Ear-Lautsprecher in den Bügeln, also Audio ohne klassische In-Ear-Kopfhörer. |
| Mikrofone | mehrere Mikrofone für Sprachbefehle, Anrufe und Meta-AI-Nutzung. Meta spricht allgemein von Mikrofonen, die auch in lauter oder windiger Umgebung Sprache erfassen sollen. |
| Bedienung | Steuerung per Sprachbefehl „Hey Meta“, Touch-Bedienung am Rahmen und physische Taste. |
| Display | kein integriertes AR-Display bei Adventurer, Fury und Starfire. Die Brillen sind also eher Kamera-/Audio-/KI-Brillen als echte AR-Brillen. |
| Passform | Action Button, dreifach verstellbare Nasenpads, flexible Scharniere und anpassbare Bügelenden werden als Komfortmerkmale genannt. |
Kein Ray-Ban-Logo mehr
Die neuen Modelle heißen schlicht „Meta Glasses” und tragen nicht mehr das Ray-Ban-Branding. Das bedeutet jedoch nicht, dass Meta die Brillen vollständig eigenständig entwickelt hat. EssilorLuxottica ist weiterhin beteiligt. Der Konzern steckt unter anderem hinter den Marken Ray-Ban und Oakley.
Mit der Marke Ray-Ban hatte Meta einen bekannten Namen, der den Einstieg in den Markt erleichterte. Gleichzeitig kostet eine starke Modemarke auch einen Aufpreis. Mit den hauseigenen Meta Glasses kann der Konzern offenbar günstigere Preissegmente abdecken und gleichzeitig mehr Designs ausprobieren.
Datenschutz bleibt der kritische Punkt
So spannend Smart-Brillen technisch auch sind, das Thema Datenschutz bleibt sensibel. Eine Brille mit Kamera und Mikrofon fällt im Alltag deutlich weniger auf als ein Smartphone in der Hand. Für Außenstehende ist nicht immer sofort klar, ob gerade aufgenommen wird oder nicht.
Zwar setzt Meta auf eine Aufnahme-LED und weitere Schutzmaßnahmen. Dennoch dürfte die gesellschaftliche Akzeptanz ein entscheidender Faktor bleiben. Gerade in Büros, Schulen, öffentlichen Verkehrsmitteln, Restaurants oder im privaten Umfeld kann eine Kamera-Brille schnell für Unsicherheit sorgen.

