Outlook: Microsoft bestätigt mehrere Neuerungen für den E-Mail-Client

Outlook: Microsoft bestätigt mehrere Neuerungen für den E-Mail-Client

Microsoft arbeitet weiter daran, die neue Outlook-Version für Windows näher an den klassischen Outlook-Client heranzuführen. In der Microsoft-365-Roadmap sind mehrere Funktionen aufgetaucht, die in den kommenden Monaten ausgerollt werden sollen.

Auf den ersten Blick wirken viele davon eher unspektakulär, sie adressieren aber genau die Punkte, über die Nutzer des neuen Outlooks seit längerer Zeit klagen: fehlende Komfortfunktionen, eingeschränkte PST-Unterstützung, weniger Kontrolle über Ordner und eine noch nicht vollständig überzeugende Multi-Konto-Nutzung.

Mehrere Konten in einer gemeinsamen Ansicht

Eine der wichtigsten Neuerungen ist die sogenannte „All Accounts View“, also eine vereinheitlichte Posteingangsansicht. Damit können Nutzer E-Mails aus mehreren verbundenen Konten an einem Ort sehen, ohne dass die Postfächer zusammengelegt werden müssen.

Das ist praktisch für alle, die mehrere berufliche oder private Konten in Outlook verwalten. Anstatt ständig zwischen den einzelnen Postfächern zu wechseln, können Nachrichten künftig zentral gelesen, gelöscht, verschoben, archiviert oder als gelesen markiert werden. Microsoft plant außerdem, Copilot-Funktionen zu integrieren. Einige Funktionen wie die kontoübergreifende Suche oder die Unterstützung für freigegebene Postfächer werden jedoch erst später verfügbar sein.

Der Rollout ist laut Roadmap für August 2026 vorgesehen.

Erweiterter Serienmail-Versand für neues Outlook

Auch beim Thema „Mail Merge” bessert Microsoft nach. Die einfache Serienmail-Funktion soll um die Option „Mail Merge Advanced” erweitert werden. Damit ist es möglich, einzelne Felder pro Empfänger zu ersetzen, etwa den Namen oder andere personenbezogene Angaben.

Dies ist insbesondere für Unternehmen, Vereine oder kleinere Teams relevant, die personalisierte E-Mails versenden möchten, ohne ein separates Newsletter-Tool nutzen zu müssen. Dabei soll jeder Empfänger eine eigene E-Mail erhalten, in deren Empfängerfeld nur seine Adresse steht. Der allgemeine Rollout ist aktuell für September 2026 geplant.

Mehr Kontrolle über Ordner und Favoriten

Microsoft plant außerdem Verbesserungen bei der Ordneransicht. Künftig sollen Nutzer selbst entscheiden können, ob Outlook bei einzelnen Ordnern die Anzahl ungelesener Nachrichten oder die Gesamtanzahl aller Elemente anzeigt. Bisher war diese Anzeige im neuen Outlook eingeschränkter als im klassischen Outlook.

Zusätzlich soll die Navigation durch die Favoritenordner verbessert werden. Wenn die Ordnerleiste eingeklappt ist, sollen die Favoriten als vertikale Liste weiterhin erreichbar sein. Dies ähnelt der Bedienung des klassischen Outlook und dürfte vor allem Nutzern helfen, die viele Ordner und Unterordner verwenden.

Die Verbesserung der Favoriten ist für September 2026 vorgesehen, die Auswahl zwischen „Ungelesen” und „Gesamtanzahl” für Oktober 2026.

PST-Unterstützung wird weiter ausgebaut

Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Unterstützung von PST-Dateien. PST-Dateien sind klassische Outlook-Datendateien, die häufig für Archive, alte Postfächer oder Datenmigrationen verwendet werden. In diesem Bereich hatte das neue Outlook lange klare Nachteile gegenüber dem klassischen Client.

Microsoft erweitert die Unterstützung nun schrittweise. Neben E-Mails sollen künftig auch Kalender und Kontakte aus PST-Dateien in ein Postfach importiert werden können. Damit rückt das neue Outlook zumindest etwas näher an die typischen Migrations- und Archivierungsfunktionen des klassischen Outlook heran.

Weitere Verbesserungen für Kalender, Sicherheit und Office-Dateien

Neben den großen Neuerungen gibt es mehrere kleinere, aber praktische Ergänzungen. Dazu zählen bedingte Formatierungen im Kalender, eine optimierte Mehrfachauswahl nicht zusammenhängender Tage im Mini-Kalender sowie erweiterte Delegationsfunktionen für Postfächer und Ordner.

Auch in puncto Sicherheit wurde nachgebessert: Das neue Outlook soll S/MIME-Unterstützung für freigegebene und delegierte Postfächer erhalten. Nutzer sollen damit signierte und verschlüsselte Nachrichten verarbeiten können.

Eine weitere geplante Funktion betrifft Word-, Excel- und PowerPoint-Dateien. Wer an einer lokal gespeicherten Datei arbeitet, soll diese künftig direkt als Kopie per E-Mail über das neue Outlook versenden können.

Einschätzung: Wichtige Schritte, aber noch kein vollständiger Ersatz

Die kommenden Funktionen sind sinnvoll und adressieren einige der größten Kritikpunkte am neuen Outlook. Vor allem die gemeinsame Kontenansicht, der erweiterte Serienmail-Versand, die verbesserten Ordneroptionen und die erweiterte PST-Unterstützung sind praktische Neuerungen.

Dennoch bleibt der Eindruck, dass Microsoft weiterhin aufholen muss. Für langjährige Outlook-Nutzer gehören viele dieser Funktionen nicht zu den Luxusfunktionen, sondern zu den gewohnten Basisfunktionen eines professionellen E-Mail-Clients.

Letzte Aktualisierung: 22. Juni 2026
Felix Bauer
Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant und IT Fachjournalist (Themen: Tech, IT-Sicherheit und Datenschutz). Felix Bauer ist seit 20 Jahren in der IT-Sicherheitsbranche tätig. Sein Hauptschwerpunkt liegt auf dem Thema „Virenschutz für Endanwender“. Felix Bauer ist OpenSource-Evangelist und besitzt den Master of Science in Security and Forensic Computing. Felix Bauer hat bereits an zahlreichen IT-Sicherheitskonferenzen und sonstigen IT-Sicherheitstagungen teilgenommen und diverse professionelle Qualifikationen im Bereich IT-Sicherheit erworben. Er ist Mitbegründer des Projekts bleib-Virenfrei.

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