Ein Virenscanner greift tief in das Betriebssystem ein, um alle Aktivitäten zu überwachen und mögliche Bedrohungen zu erkennen. Beim Wechsel des Virenscanners ist daher besondere Vorsicht geboten.
Aufgrund der Art und Weise, wie Virenscanner in das Betriebssystem eingreifen, hinterlassen sie oft „Reste”, selbst nachdem sie scheinbar vollständig entfernt wurden. Diese Reste können zu Konflikten mit dem neuen Virenschutzprogramm führen und sogar Sicherheitslücken verursachen. Es ist daher unerlässlich, vor der Installation eines neuen Virenschutzes die Reste des alten vollständig zu entfernen.
Erst normal deinstallieren, dann Spezial-Tool nutzen
Der richtige Ablauf ist meistens:
- Virenscanner über Windows deinstallieren
Unter Windows 10 und Windows 11 geht das über Einstellungen > Apps > Installierte Apps oder klassisch über Systemsteuerung > Programme und Features. - PC neu starten
Erst nach einem Neustart entfernen viele Sicherheitsprogramme Treiber und Dienste vollständig.. - Hersteller-Removal-Tool verwenden,
Spezial-Tools (eine Auflistung findest du weiter unten im Artikel) sollten vor allem dann genutzt werden, wenn die normale Deinstallation fehlschlägt, eine Installation des neuen Virenscanners nicht möglich ist oder Windows weiterhin Reste des alten Produkts erkennt. - Noch einmal neu starten
Nach der Verwendung des Removal-Tools ist ein weiterer Neustart sinnvoll, damit gelöschte Dienste, Treiber und Registry-Einträge vollständig aus dem laufenden System entfernt werden.. - Windows-Sicherheit prüfen
Danach sollte unter Windows-Sicherheit > Viren- & Bedrohungsschutz kontrolliert werden, ob Microsoft Defender aktiv ist oder der neue Virenschutz korrekt erkannt wird.
Offizielle Removal-Tools der Hersteller
Viele Hersteller bieten eigene Werkzeuge an, mit denen sich ihre Sicherheitssoftware gründlicher entfernen lässt als über die Standard-Deinstallation von Windows.
| Hersteller | Verlinktes Removal-Tool / Anleitung | Hinweis |
|---|---|---|
| Avast | Avast Clear / Avast-Deinstallationstool | Entfernt Avast-Produkte, bei Problemen auch im abgesicherten Modus. |
| AVG | AVG Clear | Löscht AVG-Dateien, Registry-Einträge, Installationsdateien und Nutzerdaten. |
| Avira | Avira für Windows deinstallieren | Avira verweist aktuell primär auf die normale Windows-Deinstallation. |
| Bitdefender | Bitdefender deinstallieren / Uninstall Tool | Erst normale Deinstallation, bei Problemen Uninstall Tool bzw. abgesicherter Modus. |
| ESET | ESET Uninstaller | Wird laut ESET im abgesicherten Modus ausgeführt. |
| F-Secure | F-Secure Uninstallation Tool | Von F-Secure als letzte Option empfohlen, wenn die normale Deinstallation nicht funktioniert. |
| Kaspersky | kavremover | Offizielles Tool zum Entfernen von Kaspersky-Anwendungen, wenn Windows-Standardtools nicht reichen. |
| McAfee | McAfee Consumer Product Removal Tool - MCPR | McAfee empfiehlt zuerst die normale Windows-Deinstallation, danach bei Problemen MCPR. |
| Norton | Norton 360 Remover Tool | Tool zum Entfernen oder Entfernen und Neuinstallieren von Norton 360. |
| Panda | Panda Dome Generic Uninstaller | Für Fälle, in denen die normale Deinstallation über Windows nicht sauber abgeschlossen wurde. |
| Trend Micro | Trend Micro Diagnostic Toolkit / Uninstall | Deinstallation über das integrierte Diagnostic Toolkit. |
| Universal-Tool | Antivirus Removal Tool | Erkennt aktuelle und frühere Antivirus-Installationen und stellt laut Anbieter passende Hersteller-Uninstaller bereit. |
Universal Antivirus Removal Tool
Neben den Hersteller-Tools gibt es auch universelle Programme wie das Antivirus Removal Tool. Dieses portable Tool erkennt aktuelle und frühere Antivirus-Installationen und verweist auf spezialisierte Uninstaller der Hersteller. Laut Anbieter sollen damit unter anderem Dateien, Treiber, Dienste und Registry-Einträge entfernt werden, die von Sicherheitsprogrammen zurückgelassen werden.
Solche Sammeltools sind praktisch, wenn man sich nicht mehr daran erinnert, welcher Virenscanner installiert war, oder wenn mehrere Sicherheitsprodukte nacheinander auf dem Rechner getestet wurden. Trotzdem gilt: Offizielle Hersteller-Tools sind in der Regel die erste Wahl, da sie genau auf das jeweilige Produkt abgestimmt sind.


