Spotify geht nun stärker gegen das Teilen von Familienabonnements außerhalb des eigenen Haushalts vor. Mithilfe einer neuen QR-Code-Verifizierung will der Musikstreamingdienst künftig überprüfen, ob die Mitglieder eines Premium-Family-Abos tatsächlich mit der Person zusammenwohnen, die das Abonnement verwaltet.
Die neue Kontrollmethode wird bereits eingesetzt und ist inzwischen auch in der offiziellen Spotify-Hilfe dokumentiert. Wer zur Überprüfung aufgefordert wird, hat sieben Tage Zeit. Andernfalls droht der Ausschluss aus dem Familienabo.
Spotify Family: Bisher reichte die Angabe einer gemeinsamen Adresse
Spotify Premium Family kostet in Deutschland derzeit 21,99 Euro pro Monat und ermöglicht es bis zu sechs Personen, den Premium-Dienst über ein gemeinsames Abonnement zu nutzen. Der Duo-Tarif für zwei Personen kostet 17,99 Euro. Voraussetzung für beide Tarife ist, dass alle Mitglieder tatsächlich im selben Haushalt wohnen. Eine familiäre Beziehung ist dafür nicht erforderlich.
Bislang mussten Nutzer beim Beitritt lediglich ihre Wohnadresse angeben und bestätigen, dass sie mit dem Hauptnutzer zusammenleben. Eine erneute Überprüfung der Adresse war zwar bereits möglich, eine persönliche Kontrolle fand jedoch nicht standardmäßig statt.
Dadurch war es auch möglich, dass sich Freunde oder Verwandte aus unterschiedlichen Haushalten ein günstiges Abonnement teilten, obwohl dies gegen die Nutzungsbedingungen verstößt.
So funktioniert die neue QR-Code-Verifizierung
Mit der neuen Überprüfungsmethode reicht die Angabe einer gemeinsamen Adresse nicht mehr aus. Spotify kann Mitglieder dazu auffordern, einen QR-Code zu scannen, der auf dem Smartphone des Abo-Verwalters angezeigt wird.
Der Ablauf ist vergleichsweise einfach:
- Der Hauptnutzer öffnet die Spotify-App und navigiert über sein Profilbild zu Dein Premium > Verwalten.
- Dort wird ein QR-Code angezeigt, den das zu überprüfende Mitglied mit der Kamera seines eigenen Smartphones scannt.
- Beide Personen müssen sich laut Spotify am selben Ort befinden, um die Verifizierung abzuschließen.

Der QR-Code ändert sich alle paar Sekunden. Dadurch soll verhindert werden, dass Mitglieder einen Screenshot an Personen außerhalb ihres Haushalts verschicken. Die Überprüfung ist ausschließlich über die mobile Spotify-App möglich. Dafür sollten beide Geräte die aktuelle App-Version verwenden.
Wer die Frist verpasst, riskiert eine zwölfmonatige Sperre
Die Konsequenzen bei einer fehlgeschlagenen Verifizierung sind besonders streng. Sobald Spotify ein Mitglied zur Überprüfung auffordert, beginnt eine Frist von sieben Tagen. Wird der QR-Code nicht rechtzeitig gescannt oder die Verifizierung scheitert, kann das Mitglied seinen Premium-Zugang über das Familienabo verlieren und auf Spotify Free zurückgestuft werden.
Zusätzlich darf die betroffene Person zwölf Monate lang keinem anderen Family- oder Duo-Abonnement beitreten. Ein Wechsel zu einem eigenen kostenpflichtigen Premium-Tarif bleibt allerdings möglich. Die Sperre betrifft somit nicht das gesamte Spotify-Konto, sondern lediglich den Beitritt zu anderen gemeinschaftlichen Premium-Abos.
Betrifft die neue Kontrolle alle Spotify-Nutzer?
Derzeit offenbar nicht. Auf seiner Supportseite erklärt Spotify ausdrücklich, dass die QR-Code-Verifizierung nur in bestimmten Fällen angefordert werden kann. Ersten Nutzerberichten zufolge wird das Verfahren bereits eingesetzt. Ob Spotify die Kontrollen künftig auf sämtliche Familienabonnements ausweiten möchte, ist bislang nicht bekannt.
Auch für Personen, die tatsächlich zusammenwohnen, kann die Überprüfung unter Umständen problematisch werden - beispielsweise, wenn sich ein Mitglied während der siebentägigen Frist im Urlaub oder auf einer längeren Geschäftsreise befindet.
Spotify gibt außerdem an, den Standort seiner Nutzer nicht dauerhaft zu verfolgen. Wie das Unternehmen beim QR-Code-Verfahren technisch sicherstellt, dass sich beide Personen am selben Ort befinden, wird in der Support-Dokumentation jedoch nicht näher erläutert.
Erste Nutzer umgehen die QR-Code-Kontrolle bereits
Ob die neue Kontrollmethode tatsächlich verhindert, dass Familienabonnements über unterschiedliche Haushalte hinweg geteilt werden, ist fraglich. In ersten Berichten auf Reddit erklären Nutzer, dass sich die Überprüfung offenbar auch über eine Bildschirmfreigabe während eines Videoanrufs durchführen lässt. So kann ein QR-Code möglicherweise aus der Ferne gescannt werden, ohne dass sich beide Personen am selben Ort befinden.
Ob Spotify zusätzliche technische Prüfungen einsetzen oder solche Umgehungsmöglichkeiten künftig schließen wird, bleibt abzuwarten.
Fazit
Mit der neuen QR-Code-Verifizierung verschärft Spotify die Kontrolle seiner Familienabonnements. Wer das Premium-Family-Abo bislang mit Freunden oder Verwandten außerhalb des eigenen Haushalts geteilt hat, muss künftig mit Problemen rechnen.
Noch wird nicht jedes Mitglied zur Überprüfung aufgefordert. Wer eine entsprechende Benachrichtigung erhält, sollte die siebentägige Frist jedoch unbedingt beachten. Andernfalls kann der Premium-Zugang verloren gehen und es droht eine zwölfmonatige Sperre für den Beitritt zu anderen Family- und Duo-Abos.

