
Der berüchtigte Enkeltrick hat eine neue Dimension erreicht. Cyberkriminelle nutzen zunehmend hoch entwickelte künstliche Intelligenz (KI), um die Stimmen vermeintlich hilfsbedürftiger Verwandter täuschend echt zu imitieren, was zu noch überzeugenderen Betrugsversuchen führt.
Mit nur 30 Minuten Audiomaterial kann eine KI ein komplettes Stimmprofil einer Person erstellen. Je mehr Audiomaterial zur Verfügung steht, desto genauer wird die Imitation und desto schwieriger wird es für potenzielle Opfer, Unstimmigkeiten in der imitierten Stimme zu erkennen.
Dank sozialer Medien ist es für Cyberkriminelle einfach, an das benötigte Audiomaterial zu gelangen. Die verwendeten KI-Modelle können nicht nur Stimmhöhe, Tonfall und regionale Dialekte imitieren, sondern auch individuelle Phrasen und Sprachmuster.
Der amerikanische Netzwerksicherheitsspezialist McAfee hat einen alarmierenden Bericht mit dem Titel "Beware the Artificial Impostor" veröffentlicht. Demnach gaben 25 Prozent der Befragten an, bereits mit einem solchen KI-basierten Stimmbetrug konfrontiert worden zu sein.
Fast die Hälfte der Befragten gab an, bei verschiedenen Notfällen wie Autounfällen, Diebstahl oder verlorenem Portemonnaie helfen zu würden, wenn sie einen Anruf bekämen.
Und diese Betrugsmasche ist nicht nur auf Privatpersonen beschränkt, auch Unternehmen sind potenzielle Ziele. Viele Geschäftstransaktionen werden per Telefon oder Voicemail abgewickelt und stellen somit ein Einfallstor für Kriminelle dar.
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