Offensichtlich müssen sich Apple-Kunden früher als erwartet auf steigende Preise einstellen. Bislang ging man davon aus, dass Apple mögliche Preiserhöhungen erst mit der nächsten großen iPhone-Generation im Herbst umsetzen würde. Neue Einschätzungen deuten jedoch darauf hin, dass es deutlich schneller gehen könnte.
Auslöser ist eine ungewöhnlich klare Aussage von Apple-Chef Tim Cook. In einem Interview mit dem „Wall Street Journal“ erklärte er, dass Preiserhöhungen wegen stark gestiegener Kosten für Speicher- und SSD-Komponenten inzwischen unvermeidbar seien. Apple habe versucht, die Mehrkosten möglichst lange abzufedern, doch die Situation sei nicht mehr dauerhaft tragbar.
Preiserhöhungen könnten schon sehr bald kommen
Besonders interessant ist die Einschätzung von Bloomberg-Reporter Mark Gurman. Er geht davon aus, dass die Preiserhöhungen nicht erst im Herbst mit den neuen iPhone-Modellen in Kraft treten, sondern deutlich früher. Seiner Einschätzung nach sind die Anpassungen „ziemlich unmittelbar“ zu erwarten.
Als möglicher Zeitpunkt wird der Start der Back-to-School-Aktion ins Spiel gebracht. Apple nutzt diese traditionell, um Macs und iPads für Schüler, Studenten und Bildungskunden attraktiver zu machen. Denkbar wäre deshalb, dass Apple die höheren Listenpreise durch eine zeitlich begrenzte Aktion ausgleicht.
Dieser Zeitpunkt ist allerdings noch nicht offiziell bestätigt. Bislang hat Apple weder bekannt gegeben, wann genau die Preise steigen werden, noch welche Produkte betroffen sein werden.
Das iPhone 18 Pro ab 1.499 Euro in Deutschland?
Eine Einschätzung des „Wall Street Journal“ zeigt, in welche Richtung es gehen könnte. Die Zeitung hat am Beispiel des noch nicht vorgestellten iPhone 18 Pro durchgerechnet, wie stark sich die gestiegenen Komponentenpreise auf den Verkaufspreis auswirken könnten.
Das aktuelle iPhone 17 Pro ist in den USA ab 1.099 US-Dollar erhältlich. Für das iPhone 18 Pro hält das Wall Street Journal einen Einstiegspreis von mindestens 1 299 US-Dollar für möglich. Laut der Analyse seien jedoch 1.399 US-Dollar oder mehr realistischer, falls neben teurerem RAM und Speicher auch neue Kamera-Komponenten die Produktionskosten weiter nach oben treiben.
Warum Apple die Preise erhöhen will
Der Hintergrund liegt nicht beim iPhone selbst, sondern bei der weltweit hohen Nachfrage nach Speicherchips. Für den massiven Ausbau von KI-Rechenzentren werden große Mengen an DRAM, NAND-Flash und besonders leistungsfähigem Speicher benötigt. Genau diese Komponenten stecken aber auch in Smartphones, Tablets und Computern.
Wenn Rechenzentren und KI-Anbieter einen großen Teil der verfügbaren Kapazitäten binden, verteuert sich die klassische Consumer-Elektronik. Apple ist zwar einer der wichtigsten Einkäufer am Markt und hat normalerweise eine starke Verhandlungsposition. Dennoch scheint der Kostendruck inzwischen so groß zu sein, dass der Konzern ihn nicht mehr vollständig selbst auffangen will.

