Die Stiftung Warentest nimmt regelmäßig Virenscanner unter die Lupe und kürt die besten Virenschutzprogramme des Jahres. Für viele Nutzer ist dieser Test daher eine wichtige Orientierungshilfe bei der Frage, welcher Virenschutz aktuell am besten ist.
Der aktuelle Virenscanner-Test wurde am 26. Februar 2026 veröffentlicht. Insgesamt hat die Stiftung Warentest 24 Antivirenprogramme für Windows und macOS geprüft - davon 16 Lösungen für Windows und 8 für Macs.
An dieser Stelle kann ich die Testergebnisse von Stiftung Warentest nicht einfach veröffentlichen. Für die Auswahl eines Virenscanners halte ich diese Ergebnisse aber auch nur für bedingt geeignet. Zwischen der Durchführung der Tests und ihrer Veröffentlichung liegen mehrere Monate. Das ist besonders bei Antivirensoftware problematisch, da sich die Schutzleistung der Programme laufend verändert. Die Hersteller aktualisieren ihre Erkennungsmechanismen kontinuierlich. Ein Virenscanner, der in einem einige Monate alten Test besonders gut abgeschnitten hat, kann heute bereits eine andere Leistung erbringen.
Ich würde mich daher eher an den Ergebnissen der unabhängigen Testlabore AV-TEST und AV-Comparatives orientieren. Die beiden unabhängigen Institute sind auf Sicherheitssoftware spezialisiert und prüfen Virenscanner mehrmals im Jahr (zuletzt im Juni 2026) unter anderem auf Schutzwirkung, Performance und Fehlalarme.
Die jeweils aktuellsten Ergebnisse habe ich nachfolgend zusammengeführt und direkt miteinander verglichen.
Virenschutz 2026: Die besten Virenscanner im Ranking
| Rang | Virenscanner | Schutzwirkung | Performance | Fehlalarme | Preis/Jahr |
|---|---|---|---|---|---|
| 1. | Bitdefender | 99,75 % | 97,47 % | 5 | ab ca. 24,99 € |
| 2. | Norton | 99,53 % | 98,61 % | 5 | ab 19,99 € |
| 3. | Avast | 99,53 % | 98,55 % | 5 | ab ca. 30 € |
| 4. | AVG | 99,53 % | 98,55 % | 5 | ab ca. 60 € |
| 5. | Microsoft Defender | 99,50 % | 92,44 % | 1 | Kostenlos |
| 6. | ESET | 99,13 % | 98,89 % | 3 | ab 29,99 € |
| 7. | McAfee | 99,25 % | 99,13 % | 6 | ab ca. 30 € |
| 8. | F-Secure | 99,40 % | 95,18 % | 11 | ab 49,99 € |
| 9. | G DATA | 98,78 % | 93,60 % | 14 | ab 29,95 € |
| 10. | K7 | 97,25 % | 97,50 % | 15 | ab ca. 20 € |
| 11. | Avira | 99,75 % | 75,00 % | 0 | ab 20,95 € |
| 12. | Trend Micro | 98,78 % | 98,76 % | 86 | ab 19,95 € |
| 13. | Panda | 96,50 % | 94,16 % | 27 | ab ca. 17 € |
Bester Virenschutz: Bitdefender Antivirus Plus
Im aktuellen Vergleich bietet Bitdefender den besten Virenschutz und belegt damit den ersten Platz. Die Software schützt zuverlässig vor aktuellen Bedrohungen, arbeitet im Alltag unauffällig und bietet insgesamt ein sehr rundes Gesamtpaket.
Für die meisten Nutzer reicht die normale Antivirus-Version von Bitdefender für 24,99 Euro vollkommen aus. Wer vor allem einen zuverlässigen Schutz vor Viren, Trojanern, Ransomware und anderen Bedrohungen sucht, braucht keine teurere Internet-Security- oder Komplett-Suite.

Die größeren Pakete lohnen sich vor allem dann, wenn zusätzliche Funktionen wie erweiterte Datenschutz-Features, spezielle Firewall-Funktionen, eine Kindersicherung oder weitere Komfortfunktionen gewünscht sind. Wer auf solche Extras verzichten kann, ist mit der Standard-Antivirus-Variante in der Regel bereits sehr gut abgesichert.
Microsoft Defender: guter Basisschutz, aber nicht die beste Wahl

Der in Windows integrierte Microsoft Defender hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert und bietet inzwischen einen soliden Basisschutz. Für Nutzer, die keine zusätzliche Sicherheitssoftware installieren möchten, ist er daher grundsätzlich eine brauchbare Lösung.
Ganz an die Spitze schafft es Microsoft allerdings nicht. Vor allem bei der Systemleistung fällt der Defender hinter mehrere etablierte Antivirenprogramme zurück. Das ist relevant, da ein Virenscanner nicht nur zuverlässig schützen, sondern den Rechner im Alltag auch möglichst wenig ausbremsen sollte.
Aus meiner Sicht ist Microsoft Defender eine gute Mindestabsicherung, aber nicht die beste Wahl für Nutzer, die gezielt nach dem bestmöglichen Virenschutz suchen.
Kaspersky und die Vertrauensfrage

Technisch gehörte Kaspersky über viele Jahre zu den stärksten Anbietern von Antivirensoftware. In der Rangliste werden Produkte des russischen Herstellers dennoch bewusst nicht berücksichtigt. Der Grund dafür ist weniger die reine Schutzleistung als vielmehr die besondere Vertrauensfrage, die seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine besteht.
Bereits 2022 warnte das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) ausdrücklich vor dem Einsatz von Virenschutzsoftware des Herstellers Kaspersky. Antivirenprogramme besitzen besonders weitreichende Rechte auf einem System, werden laufend aktualisiert und kommunizieren mit der Infrastruktur des Herstellers. Das BSI sah deshalb das Risiko, dass die Software oder die zugehörigen Dienste unter bestimmten Umständen für Spionage- oder Sabotagezwecke missbraucht werden könnten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass Kaspersky-Produkte nachweislich manipuliert wurden oder technisch keinen guten Schutz mehr bieten. Seit 2022 berücksichtigt die Stiftung Warentest Kaspersky nicht mehr in ihren Virenscanner-Tests.
Für Nutzer gibt es genügend leistungsfähige Alternativen, sodass aus meiner Sicht kein Grund besteht, dieses zusätzliche Unsicherheitsrisiko einzugehen.
Quellen und Gewichtung der Rangliste
Für die Rangliste werden die jeweils aktuellsten verfügbaren Untersuchungen von AV-TEST und AV-Comparatives berücksichtigt. Die beiden Institute testen Antivirenprogramme unabhängig voneinander und setzen dabei unterschiedliche Prüfverfahren ein.
In meine Auswertung fließen aktuell folgende Tests ein:
- AV-TEST Protection, Mai/Juni 2026
- AV-TEST Performance, Mai/Juni 2026
- AV-Comparatives Real-World Protection Test, Februar bis Mai 2026
- AV-Comparatives Performance Test, April 2026
Anschließend werden die Ergebnisse der einzelnen Tests zusammengeführt und gewichtet. In der Standardauswertung hat die Schutzwirkung mit 85 Prozent den größten Einfluss auf die Gesamtwertung. Performance, Fehlalarme und Testabdeckung werden mit jeweils 5 Prozent berücksichtigt.
Damit soll die eigentliche Aufgabe eines Virenscanners in den Mittelpunkt gerückt werden: Schadsoftware soll möglichst zuverlässig erkannt und abgewehrt werden. Gleichzeitig verhindern die zusätzlichen Kriterien, dass Programme mit einer hohen Schutzrate, aber einer schlechten Performance oder vielen Fehlalarmen automatisch ganz oben in der Rangliste landen.
Die Testabdeckung berücksichtigt außerdem, ob für einen Anbieter Ergebnisse aus allen aktuell ausgewählten Untersuchungen vorliegen. Produkte mit einer geringeren Datenbasis werden dadurch entsprechend niedriger gewichtet.
Die Rangliste wird aktualisiert, sobald neue Testergebnisse von AV-TEST oder AV Comparatives verfügbar sind. Bei der Erstellung der Rangliste hilft mir das Vergleichstool von AV-Software.com. Dort lassen sich die aktuellen Testergebnisse von AV-TEST und AV Comparatives zusammenführen, direkt miteinander vergleichen und nach Kriterien wie Schutzwirkung, Performance, Fehlalarmen und Testabdeckung gewichten. Um die Auswertung dieses Artikels auch zu einem späteren Zeitpunkt nachvollziehen zu können, habe ich zusätzlich eine Momentaufnahme der hier verwendeten Ergebnisse und Gewichtung auf av-software.com gespeichert.

