Der Führerschein auf dem Smartphone rückt in Deutschland näher. Mit einer Änderung des Straßenverkehrsgesetzes schafft der Bund die rechtliche Grundlage dafür, dass der klassische Kartenführerschein künftig auch digital nachgewiesen werden kann. Das Gesetz tritt am 1. Juli 2026 in Kraft. Der tatsächliche Start des digitalen Führerscheins ist aktuell für Ende 2026 geplant.
Damit würde Deutschland dem EU-weiten Zeitplan deutlich vorgreifen. Auf europäischer Ebene ist ein einheitlicher digitaler Führerschein nämlich erst bis 2030 vorgesehen. In Deutschland soll es zunächst eine nationale Lösung geben, die vor allem im Inland genutzt werden kann.
Führerschein soll künftig per App vorzeigbar sein
Es ist geplant, dass Autofahrer ihren Führerschein künftig über das Smartphone nachweisen können. Wer in eine Verkehrskontrolle gerät, muss dann nicht mehr zwingend die Plastikkarte aus dem Portemonnaie holen, sondern kann den digitalen Nachweis in einer offiziellen App vorzeigen.
Wichtig ist: Der digitale Führerschein ersetzt den Kartenführerschein nicht vollständig. Er ist als ergänzendes elektronisches Dokument vorgesehen. Der klassische Führerschein bleibt also weiterhin gültig. Wer den digitalen Nachweis nicht nutzen möchte oder kein geeignetes Smartphone besitzt, kann den physischen Kartenführerschein weiterhin verwenden.
Start zunächst in der i-Kfz-App
Der digitale Führerschein soll voraussichtlich Ende 2026 in die bereits vorhandene i-Kfz-App integriert werden. Über diese App kann bereits heute der digitale Fahrzeugschein genutzt werden. Nutzer können ihren Fahrzeugschein dort digital hinterlegen, verwalten und bei Bedarf vorzeigen.
Anfang 2027 soll der Führerschein zusätzlich auch in der staatlichen EUDI-Wallet verfügbar sein. Die Wallet ist Teil der europäischen Digitalisierungsstrategie und soll perspektivisch verschiedene digitale Nachweise bündeln.
Gilt der digitale Führerschein auch im Ausland?
Ein nationaler digitaler Führerschein bedeutet nicht, dass er automatisch auch europaweit anerkannt ist.
Die EU arbeitet zwar ebenfalls an einem digitalen Führerschein, doch dieser soll erst bis 2030 in allen Mitgliedstaaten verfügbar sein und anerkannt werden. Wer mit dem Auto ins Ausland fährt, sollte deshalb vorerst weiterhin den physischen Kartenführerschein mitführen.
Welche Voraussetzungen Nutzer vermutlich erfüllen müssen
Da der digitale Führerschein technisch noch nicht eingeführt wurde, sind noch nicht alle Details endgültig geklärt. Es ist jedoch naheliegend, dass sich die Einrichtung an der bereits bestehenden i-Kfz-App orientiert.
Um den digitalen Fahrzeugschein zu nutzen, benötigt man aktuell ein kompatibles Smartphone, die i-Kfz-App sowie in vielen Fällen einen Personalausweis mit aktivierter Online-Ausweisfunktion und PIN zur Identifikation. Die App unterstützt derzeit iOS ab Version 17 und Android ab Version 12. Einige Geräte, etwa Huawei-Smartphones und ältere Motorola-Modelle, werden allerdings nicht unterstützt.

