Das beste VPN für China? Praxistest 2026

Das beste VPN für China

Wer ein VPN für China sucht, sucht in der Regel kein normales VPN. In Deutschland reicht es in der Regel, wenn ein Dienst schnell ist, über viele Server verfügt und sich bequem auf dem Smartphone nutzen lässt. In China gelten jedoch andere Regeln. Dort ist nicht nur die Downloadgeschwindigkeit entscheidend, sondern vor allem die Frage, ob die Verbindung überhaupt zustande kommt und stabil bleibt, wenn das Netzwerk VPN-Verbindungen aktiv erkennt und blockiert.

Ich bin in der Regel einmal pro Jahr in China, um die China Hi-Tech Fair in Shenzhen zu besuchen. Gerade dort ist ein funktionierendes VPN für mich keine theoretische Frage, sondern im Alltag wichtig: Ich muss E-Mails abrufen, Google-Dienste nutzen, Messenger prüfen, berufliche Logins öffnen, recherchieren und unterwegs mit dem Laptop arbeiten. Die China Hi-Tech Fair findet jährlich in Shenzhen statt. Die 27. Ausgabe wurde vom 14. bis 16. November 2025 im Shenzhen World Exhibition & Convention Center veranstaltet.

Die sogenannte „Great Firewall” blockiert nicht nur einzelne Webseiten. Sie erkennt und stört auch bestimmte Verbindungsmuster. Deshalb funktionieren klassische VPN-Protokolle nicht immer zuverlässig. Ein gutes China-VPN benötigt daher Verschleierung, mehrere Protokolle, Ausweichserver in der Nähe von China und eine App, die auch dann noch nutzbar bleibt, wenn ein einzelner Verbindungsweg blockiert wird.

Vorab mein Ergebnis

NordVPN ist aktuell das beste Gesamtpaket für China. NordVPN bietet aus meiner Sicht die beste Mischung aus Bedienbarkeit, Geschwindigkeit, Alltagstauglichkeit, Preis-Leistung und brauchbaren Obfuscation-Funktionen.

Astrill VPN bleibt für mich die beste Speziallösung, wenn man möglichst viele manuelle Optionen und ein sehr technisches China-VPN sucht. Für die meisten Reisenden, Geschäftsleute und normalen Nutzer würde ich aber zuerst NordVPN empfehlen - vorausgesetzt, man richtet alles vor der Reise korrekt ein.

Verbindungstest in China

Um die Anbieter nicht nur nach Gefühl zu bewerten, habe ich während meines Aufenthalts in Shenzhen mehrere Verbindungsversuche dokumentiert. Getestet habe ich im Hotel-WLAN, über das mobile Netz und an öffentlichen WLAN-Hotspots. Dabei ging es nicht darum, den höchsten Speedtest-Wert zu erreichen, sondern um die praktische Frage: Wie oft kommt überhaupt eine stabile Verbindung zustande?

Ich habe für jeden Anbieter mehrere Serverstandorte ausprobiert, bevorzugt in der Nähe von China, also unter anderem in Japan, Singapur, Hongkong und Taiwan. Als Problem habe ich es gewertet, wenn die Verbindung gar nicht erst aufgebaut wurde, nach wenigen Sekunden wieder abbrach oder wenn zwar eine Verbindung angezeigt wurde, Google, Gmail oder WhatsApp aber trotzdem nicht erreichbar waren.

VPN-AnbieterTestversucheProbleme ErfolgsquoteBeobachtungen
NordVPN30390,0 %Mit obfuscated servers meist zuverlässig, einzelne Server mussten gewechselt werden
Astrill VPN30390,0 %Sehr stark bei schwierigen Netzwerken, aber technischer und weniger komfortabel
Proton VPN30873,3 %Mit Stealth brauchbar, aber nicht ganz so stabil wie NordVPN oder Astrill
Windscribe301066,7 %WStunnel/Stealth halfen teilweise, Verbindungsaufbau aber öfter langsam
Surfshark301260,0 %NoBorders war hilfreich, aber im Test weniger konstant
Mullvad301453,3 %Datenschutz stark, für China aber nicht meine erste Wahl

Alltagstest-Tabelle nach Nutzungsszenario

AnwendungNordVPNAstrillProton VPNWindscribeSurfshark
Gmail öffnenSehr gutSehr gutGutMittelMittel
WhatsApp nutzenSehr gutSehr gutGutGutMittel
YouTube ladenGutGutMittelMittelMittel
ChatGPT nutzenGutGutMittelMittelSchwankend
WordPress bearbeitenSehr gutGutGutMittelMittel
Google MapsGutGutGutMittelMittel

Geschwindigkeitstest

Um die Anbieter nicht nur nach dem Verbindungsaufbau, sondern auch nach der tatsächlichen Nutzbarkeit zu bewerten, habe ich während meines Aufenthalts in Shenzhen die Geschwindigkeit der VPN-Verbindungen verglichen. Getestet wurde jeweils mit mehreren Serverstandorten in der Nähe von China, vor allem über Japan, Singapur und Hongkong.

VPN-AnbieterØ DownloadØ UploadØ PingAufbau der VerbindungStabilitätPraxiseindruck
NordVPN78 Mbit/s24 Mbit/s92 msSchnellSehr gutSehr gutes Gesamtpaket, schnell genug für Recherche, YouTube und Cloud-Dienste
Astrill VPN72 Mbit/s21 Mbit/s88 msMittelSehr gutMinimal technischer, aber sehr konstant und stark bei schwierigen Netzwerken
Proton VPN58 Mbit/s18 Mbit/s104 msMittelGutFür Alltag und normale Nutzung brauchbar, aber nicht ganz so schnell wie NordVPN
Windscribe46 Mbit/s15 Mbit/s118 msEher langsamMittelNutzbar, aber teils spürbar träger beim Seitenaufbau
Surfshark42 Mbit/s13 Mbit/s126 msMittelMittelFür normale Nutzung ausreichend, aber im Test weniger konstant
Mullvad37 Mbit/s12 Mbit/s133 msMittelEher schwankendDatenschutz stark, bei China-Speed aber nicht vorne dabei

Bewertungsmatrix mit Punkten

AnbieterVerbindungGeschwindigkeitBedienungChina-FunktionenPreis-LeistungGesamt
NordVPN9/108/109/109/109/1044/50
Astrill9/108/106/1010/105/1038/50
Proton VPN7/107/108/108/107/1037/50
Windscribe6/106/107/108/107/1034/50
Surfshark6/106/108/107/108/1035/50

Mein Testsieger ist NordVPN

NordVPN ist aktuell die beste Wahl für China, da es im Alltag am besten funktioniert. Die App ist benutzerfreundlich, die Einrichtung ist auch für normale Nutzer machbar und die Geschwindigkeit war in meinen Tests in China ausreichend gut, um nicht nur E-Mails zu lesen, sondern auch zu recherchieren, Cloud-Dienste zu nutzen und Videos in brauchbarer Qualität zu streamen.

Wichtig ist, dass man die „Obfuscated Servers” nutzt. Das sind spezielle Verbindungen, die den VPN-Datenverkehr verschleiern und somit in restriktiven Netzwerken helfen. Sie funktionieren mit OpenVPN TCP oder OpenVPN UDP. Wenn man NordLynx nutzt, sind diese Spezialserver jedoch nicht sichtbar oder verfügbar.

Am besten installieren Sie die App vor der Reise (was ohnehin notwendig ist), melden sich an, aktivieren OpenVPN, testen „Obfuscated Servers” und speichern mehrere Serverstandorte. Besonders sinnvoll sind Serverstandorte in der Nähe von China, zum Beispiel in Japan, Singapur oder Hongkong. Grundsätzlich gilt: Je näher der Server liegt, desto geringer ist in der Regel die Latenz.

Platz 2: Astrill VPN - die stärkste Speziallösung

Technisch gesehen ist Astrill VPN eines der spannendsten VPNs für China, landet bei mir aber nur auf Platz 2. Der Grund ist einfach: Astrill ist zwar stark, aber nicht für jeden Nutzer die angenehmste Lösung.

Der Anbieter setzt mit StealthVPN auf ein eigenes Protokoll, das auf OpenVPN basiert und den Datenverkehr zusätzlich verschleiern soll. StealthVPN ist stabil und sowohl über TCP als auch über UDP nutzbar. Außerdem können Ports sehr flexibel gewählt werden, beispielsweise TCP 443, um den Datenverkehr wie normalen HTTPS-Traffic aussehen zu lassen.

Technisch gesehen ist das genau die richtige Richtung für China. Astrill bietet viele Einstellungsmöglichkeiten und manuelle Optionen und scheint insgesamt stärker auf schwierige Netzwerke spezialisiert zu sein als viele klassische Massen-VPNs.

Warum ist Astrill dann nicht auf Platz eins? Weil es für meinen Geschmack weniger alltagstauglich ist. Es ist teurer, technischer und weniger benutzerfreundlich als NordVPN. Wer sich jedoch intensiv mit Protokollen, Ports und manueller Optimierung beschäftigen möchte, kann mit Astrill sehr glücklich werden. Wer aber ein VPN sucht, das auch außerhalb Chinas angenehm nutzbar ist, bekommt aus meiner Sicht bei NordVPN das bessere Gesamtpaket.

Kurz gefasst: Astrill ist das bessere Spezialwerkzeug. NordVPN ist das bessere Gesamtpaket.

Platz 3: Proton VPN - eine starke Alternative für den Datenschutz

Proton VPN ist für mich die beste Alternative für Nutzer, denen Datenschutz besonders wichtig ist. Um in China genutzt werden zu können, muss die Funktion „Alternative Routing” aktiviert und das Stealth-Protokoll genutzt werden.

Für mich ist Proton VPN eher eine Alternative zum Schutz der Privatsphäre als der beste China-Allrounder. Teilweise konnte ich trotz VPN nicht auf alle Dienste zugreifen. Wer ohnehin im Proton-Ökosystem unterwegs ist oder besonders viel Wert auf Datenschutz legt, sollte Proton VPN testen. Wer möglichst unkompliziert und zuverlässig durch den chinesischen Internetalltag kommen möchte, ist mit NordVPN oder Astrill besser beraten.

Windscribe, Surfshark und Mullvad sind gute Fallbacks, aber nicht meine erste Wahl

Mit Stealth und WStunnel stellt Windscribe mehrere Optionen für restriktive Netzwerke bereit. WStunnel tunnelt OpenVPN über WebSockets und wird von Windscribe für Länder mit Internetzensur wie China ausdrücklich empfohlen. Gleichzeitig weist Windscribe jedoch auch darauf hin, dass WStunnel langsamer sein kann und nur verwendet werden sollte, wenn schnellere Protokolle nicht funktionieren. Ich fand es teilweise echt gut, teilweise aber auch sehr langsam.

Mit der Funktion „NoBorders” hat Surfshark ebenfalls eine Lösung für eingeschränkte Netzwerke. Der Modus soll in restriktiven Umgebungen helfen und passende Server anzeigen. Für preisbewusste Nutzer kann Surfshark interessant sein, für China wäre es bei mir jedoch eher eine Backup- als eine Hauptlösung.

Aus Datenschutzsicht ist Mullvad stark und technisch spannend. Für China würde ich Mullvad allerdings nicht als erste Empfehlung nennen, da der Anbieter eher auf Privacy-Puristen als auf typische Reisende abzielt, die einfach möglichst zuverlässig Google, Messenger und berufliche Tools nutzen möchten.

Meine Rangliste 2026

PlatzVPNEinschätzung für China
1NordVPNBestes Gesamtpaket aus Bedienbarkeit, Geschwindigkeit, Obfuscation und Alltagstauglichkeit
2Astrill VPNStärkste Speziallösung mit vielen technischen Optionen, aber teurer und weniger massentauglich
3Proton VPNSehr gute Datenschutz-Alternative mit Stealth und Alternative Routing
4WindscribeGute technische Fallbacks, aber eher für Nutzer mit Experimentierbereitschaft
5SurfsharkPreislich attraktiv, NoBorders hilfreich, aber für mich eher Backup als Hauptlösung

Wichtig: Das VPN vor der Reise installieren und konfigurieren

Der wichtigste Schritt muss vor der Einreise erfolgen. Ich würde niemals erst in China einen VPN installieren oder konfigurieren. Alles sollte vorher erledigt sein. Im Fall von NordVPN würde ich die App auf allen Geräten installieren, mich einloggen und anschließend die Protokolle gezielt testen. In den Einstellungen sollte man OpenVPN TCP oder OpenVPN UDP aktivieren, da die obfuscated Server genau damit funktionieren. Anschließend würde ich mehrere obfuscated Server testen und mir merken, welche Standorte zuverlässig laufen.

Was oft unterschätzt wird: Wenn man sich in China befindet und plötzlich kein Login mehr möglich ist, weil eine Push-Benachrichtigung, SMS oder E-Mail nicht korrekt ankommt, kann das sehr unangenehm werden. Deshalb sollte man vorab Backup-Codes speichern, alternative Anmeldeverfahren einrichten und wichtige Dokumente offline verfügbar machen.

VPN Vorbereitung vor China-Riese

Mein Fazit

Das beste VPN für China ist nicht automatisch das VPN mit der aggressivsten Werbung, dem günstigsten Langzeitabo oder der höchsten Serverzahl. Ausschlaggebend ist, ob es unter schwierigen Bedingungen zuverlässig genug funktioniert.

Meine persönliche Empfehlung für 2026 ist NordVPN, denn es bietet das beste Gesamtpaket: Es ist in China mit den richtigen Einstellungen gut nutzbar und bleibt gleichzeitig außerhalb Chinas ein sehr starkes Alltags-VPN. Besonders die obfuscated servers machen den Unterschied, wenn man sie vor der Reise korrekt vorbereitet.

Astrill VPN ist nach wie vor die beste Wahl für alle, die maximale technische Kontrolle wünschen und bereit sind, mehr Geld auszugeben. Für Poweruser kann Astrill sogar die bessere Wahl sein.

Proton VPN ist die beste Alternative für Datenschutz, vor allem für Nutzer, die Wert auf Transparenz, Privatsphäre und ein seriöses Anbieterumfeld legen.

Letzte Aktualisierung: 29. April 2026
Felix Bauer
Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant und IT Fachjournalist (Themen: Tech, IT-Sicherheit und Datenschutz). Felix Bauer ist seit 20 Jahren in der IT-Sicherheitsbranche tätig. Sein Hauptschwerpunkt liegt auf dem Thema „Virenschutz für Endanwender“. Felix Bauer ist OpenSource-Evangelist und besitzt den Master of Science in Security and Forensic Computing. Felix Bauer hat bereits an zahlreichen IT-Sicherheitskonferenzen und sonstigen IT-Sicherheitstagungen teilgenommen und diverse professionelle Qualifikationen im Bereich IT-Sicherheit erworben. Er ist Mitbegründer des Projekts bleib-Virenfrei.

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