Proton startet Easy Switch for Business

Proton startet Easy Switch for Business

Proton erweitert sein Angebot für Geschäftskunden. Mit „Easy Switch for Business” bringt der Anbieter ein neues Migrationstool an den Start, das Unternehmen den Wechsel von Google Workspace bzw. Gmail zu Proton Mail erleichtern soll. Im Mittelpunkt stehen dabei E-Mails, Kalender und Kontakte.

Wechsel ohne längere Unterbrechung

Ein häufiger Grund, warum Unternehmen lange bei bestehenden E-Mail-Lösungen bleiben, ist der Aufwand einer Migration. Gerade bei Geschäftskonten darf möglichst nichts verloren gehen: keine E-Mails, keine Kontakte, keine Kalendertermine - und natürlich auch keine Arbeitszeit.

Genau hier setzt Easy Switch for Business an. Das Tool begleitet Unternehmen schrittweise beim Umzug von Gmail zu Proton Mail. Dazu wählen Unternehmen zunächst aus, welche Daten übernommen werden sollen. Anschließend verbinden sie Proton mit Google Workspace, richten ihre Domain ein und legen fest, welche Nutzerkonten migriert werden sollen.

Während der Umstellung können Google und Proton parallel genutzt werden. So kann das Team weiterarbeiten, während die Daten im Hintergrund übertragen werden. Proton zufolge ist auch eine Testphase möglich, bevor der vollständige Wechsel erfolgt.

Was wird migriert?

Zum Start konzentriert sich Easy Switch for Business auf drei zentrale Bereiche. E-Mails, Kalender und Kontakte. Eine vollständige Migration von Google Drive ist aktuell nicht enthalten. Proton nennt Drive-Migrationen zwar als geplantes Thema für die Zukunft, macht daraus aber noch keine sofort verfügbare Funktion.

Auch für Unternehmen, die Microsoft 365 nutzen, gibt es noch Einschränkungen. Zwar kündigt Proton einen entsprechenden Migrationspfad für später im Jahr an, aktuell steht jedoch vor allem der Wechsel von Google Workspace im Fokus.

Warum Proton Geschäftskunden stärker anspricht

Proton argumentiert vor allem mit den Themen Datenschutz, Verschlüsselung und digitale Souveränität. Der in der Schweiz ansässige Anbieter setzt bei seinen Diensten auf Ende-zu-Ende- beziehungsweise Zero-Access-Verschlüsselung. Das bedeutet, dass viele Inhalte so gespeichert werden, dass selbst Proton keinen Zugriff auf die Klartextdaten hat.

Das kann für Unternehmen vor allem dann interessant sein, wenn sie vertrauliche Kommunikation, Kundendaten oder interne Dokumente schützen möchten. Insbesondere Kanzleien, Beratungen, Medienunternehmen, NGOs und technologieorientierte Firmen könnten sich davon angesprochen fühlen.

Verschlüsselung hat auch Grenzen

Ein wichtiger Punkt ist, dass Verschlüsselung nicht in jedem Szenario gleich stark schützt. Die Kommunikation innerhalb von Proton kann beispielsweise sicherer sein als der Versand normaler E-Mails an externe Anbieter. Wenn ein Unternehmen jedoch E-Mails an Gmail, Outlook oder andere klassische Postfächer sendet, gelten weiterhin die technischen Grenzen des E-Mail-Systems.

In der Regel sind Nachrichten auf dem Transportweg geschützt und auf Proton-Servern verschlüsselt gespeichert. Beim externen Empfänger kann jedoch der Anbieter weiterhin Zugriff auf die Nachricht haben. Wer eine echte Ende-zu-Ende-Verschlüsselung für externe Empfänger benötigt, muss zusätzliche Funktionen wie passwortgeschützte Nachrichten nutzen.

Fazit

Mit „Easy Switch for Business” erleichtert Proton den Wechsel von Google Workspace zu Proton Mail erheblich. Das neue Tool richtet sich an Unternehmen, die ihre E-Mail-Kommunikation, ihren Kalender und ihre Kontakte zu Proton migrieren möchten, ohne den laufenden Betrieb zu unterbrechen.

Easy Switch for Business ist trotzdem noch kein vollständiger Ersatz für eine komplette Google-Workspace-Migration. So wird Google Drive aktuell noch nicht migriert und auch Microsoft 365 soll erst später folgen. Für Unternehmen, die vor allem ihre E-Mails, Kalender und Kontakte sicherer verwalten möchten, ist diese Neuerung aber ein interessanter Schritt.

Ob sich ein Wechsel lohnt, hängt letztlich stark davon ab, wie stark ein Unternehmen bisher in Google Workspace oder Microsoft 365 integriert ist.

Letzte Aktualisierung: 17. Juni 2026
Felix Bauer
Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant und IT Fachjournalist (Themen: Tech, IT-Sicherheit und Datenschutz). Felix Bauer ist seit 20 Jahren in der IT-Sicherheitsbranche tätig. Sein Hauptschwerpunkt liegt auf dem Thema „Virenschutz für Endanwender“. Felix Bauer ist OpenSource-Evangelist und besitzt den Master of Science in Security and Forensic Computing. Felix Bauer hat bereits an zahlreichen IT-Sicherheitskonferenzen und sonstigen IT-Sicherheitstagungen teilgenommen und diverse professionelle Qualifikationen im Bereich IT-Sicherheit erworben. Er ist Mitbegründer des Projekts bleib-Virenfrei.

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