Acer und Asus: Dürfen in Deutschland wieder PCs und Notebooks verkaufen

Acer und Asus: Dürfen in Deutschland wieder PCs und Notebooks verkaufen

Nach mehreren Monaten der Einschränkung dürfen Acer und Asus in Deutschland wieder PCs, Notebooks und andere betroffene Computerprodukte verkaufen. Hintergrund ist eine Einigung im Patentstreit mit Nokia.

Für Käufer bedeutet dies, dass sich die Verfügbarkeit in den kommenden Wochen wieder normalisieren dürfte, auch wenn nicht jedes Modell sofort wieder überall erhältlich sein wird.

Patentstreit mit Nokia sorgte für Verkaufsstopp

Anfang 2026 hatte der Fall für Aufsehen gesorgt. Acer und Asus mussten den Vertrieb bestimmter PCs und Notebooks in Deutschland vorübergehend einschränken. Betroffen waren Geräte, die Technologien rund um den Videostandard H.265 bzw. HEVC nutzten.

HEVC steht für „High Efficiency Video Coding”. Mit diesem Codec können hochauflösende Videos effizient komprimiert werden. Gerade beim 4K-Streaming, bei der Videowiedergabe und in der modernen Medienverarbeitung spielt diese Technik eine wichtige Rolle.

Nokia warf den Herstellern vor, patentierte Videotechnologien ohne entsprechende Lizenz zu verwenden. Das Landgericht München I gab Nokia in diesem Streit zunächst Recht. In der Folge durften Acer und Asus die betroffenen Produkte in Deutschland nicht mehr regulär verkaufen oder bewerben.

Die Entscheidung hatte sichtbare Folgen für deutsche Nutzer: Vor allem die Verfügbarkeit war ein Thema. Einige Geräte konnten zwar weiterhin bei Händlern aus vorhandenen Lagerbeständen erworben werden, doch die Verfügbarkeit neuer Ware über offizielle Vertriebskanäle war eingeschränkt.

Einigung macht den Weg frei

Nun gibt es Entspannung. Asus und Nokia haben sich auf ein Schiedsverfahren beziehungsweise eine Vereinbarung zur Beilegung ihrer Patentstreitigkeiten verständigt. Laufende Verfahren sollen ausgesetzt oder zurückgenommen werden. Auch Acer wird nach Abstimmung mit Nokia den Vertrieb und die Marketingaktivitäten in Deutschland wieder aufnehmen.

Konkret heißt das wahrscheinlich:

  • Acer und Asus erkennen an, dass sie für Nokias H.265/HEVC-Patentportfolio eine Lizenz brauchen.
  • Die genaue Höhe der Lizenzgebühren wird entweder bereits vereinbart oder im Rahmen eines Schiedsverfahrens festgelegt.
  • Im Gegenzug verzichtet Nokia darauf, die Verkaufsverbote weiter durchzusetzen.
  • Acer und Asus dürfen wieder PCs, Notebooks und Mini-PCs mit HEVC-Beschleunigung in Deutschland vertreiben.

Die genauen Details der Einigung sind nicht öffentlich bekannt.

Warum H.265/HEVC überhaupt so wichtig ist

Dieser Fall zeigt, wie tief patentierte Technologien in der modernen Hardware verankert sind. Ein Notebook besteht nicht nur aus Prozessor, Display, Tastatur und Akku. Viele Funktionen basieren auf Standards, für die die Hersteller Lizenzen benötigen.

Der Codec H.265/HEVC sorgt dafür, dass Videos bei vergleichbarer Qualität weniger Speicherplatz und Bandbreite benötigen. Ohne solche Verfahren wären 4K-Streams, Videokonferenzen, hochauflösende Medienbibliotheken und eine effiziente Videowiedergabe deutlich weniger komfortabel.

Letzte Aktualisierung: 22. Juni 2026
Felix Bauer
Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant und IT Fachjournalist (Themen: Tech, IT-Sicherheit und Datenschutz). Felix Bauer ist seit 20 Jahren in der IT-Sicherheitsbranche tätig. Sein Hauptschwerpunkt liegt auf dem Thema „Virenschutz für Endanwender“. Felix Bauer ist OpenSource-Evangelist und besitzt den Master of Science in Security and Forensic Computing. Felix Bauer hat bereits an zahlreichen IT-Sicherheitskonferenzen und sonstigen IT-Sicherheitstagungen teilgenommen und diverse professionelle Qualifikationen im Bereich IT-Sicherheit erworben. Er ist Mitbegründer des Projekts bleib-Virenfrei.

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