Die Deutsche Telekom sieht sich beim 5G-Ausbau in Deutschland weiterhin klar in Führung. Nach aktuellen Unternehmensangaben erreicht das 5G-Netz inzwischen 89,1 Prozent der Fläche Deutschlands. Damit kratzt die Telekom an der symbolisch wichtigen Marke von 90 Prozent Flächenversorgung.
Dabei ist besonders der Unterschied zwischen Bevölkerungsabdeckung und Flächenversorgung interessant. Während 5G in bewohnten Gebieten bereits weit verbreitet ist, ist die Versorgung in ländlichen Regionen deutlich anspruchsvoller. Damit sind nicht nur Städte, Wohngebiete und Ballungsräume gemeint, sondern auch Landstraßen, Wälder, Mittelgebirge, touristische Regionen, Bahnstrecken und abgelegene Gegenden.
Telekom sieht sich deutlich vor Vodafone und Telefónica
Laut Telekom ist das eigene 5G-Netz bei der Flächenversorgung bundesweit führend. Vodafone kommt demnach auf 75,7 Prozent und Telefónica auf 76,2 Prozent. Der Vorsprung der Telekom beträgt somit rund 13 Prozentpunkte.
Die Telekom gibt den Abstand in Quadratkilometern mit rund 46.490 km² an. Das entspricht in etwa der Fläche Estlands. Solche Vergleiche verdeutlichen, wie groß die Unterschiede in der Netzabdeckung tatsächlich sein können, auch wenn diese in Städten auf den ersten Blick ähnlich wirkt.
Die Telekom spricht in diesem Zusammenhang von einem „Überall-Netz“. Der dahinter stehende Anspruch: Mobilfunk soll nicht nur dort funktionieren, wo viele Menschen wohnen, sondern auch dort, wo sie unterwegs sind. Gerade im Sommer, zur Reisezeit, und in ländlichen Regionen wird dieser Punkt besonders wichtig.
Auch für die Landwirtschaft und vernetzte Maschinen spielt der Mobilfunk in ländlichen Regionen eine zunehmend größere Rolle. Smart-Farming-Anwendungen, digitale Messsysteme und vernetzte Fahrzeuge sind auf stabile Datenverbindungen angewiesen.
5G entlang von Straßen und Schienen
Den genannten Daten zufolge erreicht die Telekom auch auf wichtigen Verkehrswegen hohe Werte. So soll die 5G-Versorgung auf Autobahnen bei 99,6 Prozent liegen. Auf Bundesstraßen werden 94,2 Prozent und auf Schienenwegen 96,1 Prozent genannt.
Gerade für Reisende ist das ein wichtiger Punkt. Denn Streaming, Navigation, Messenger, mobiles Arbeiten oder die Nutzung eines Hotspots hängen nicht nur davon ab, ob 5G grundsätzlich verfügbar ist, sondern auch davon, wie stabil das Netz auf längeren Strecken bleibt.
Ausbau soll weitergehen
Die Telekom möchte die 5G-Flächenversorgung in den kommenden vier Jahren weiter erhöhen. Das Ziel ist ein Anstieg auf 94 Prozent. Das entspricht einer zusätzlichen 5G-Fläche von rund 16.000 km² - ungefähr der Größe Schleswig-Holsteins.
Dafür setzt der Netzbetreiber auf neue Mobilfunkstandorte, die Modernisierung bestehender Anlagen sowie eine bessere Anbindung der Standorte an das Glasfasernetz. Allein in den ersten fünf Monaten des Jahres 2026 hat die Telekom eigenen Angaben zufolge 384 neue Mobilfunkstandorte in Betrieb genommen. Zusätzlich wurden 2.267 bestehende Standorte erweitert oder modernisiert.
Je weiter der Netzausbau voranschreitet, desto schwieriger werden die verbleibenden Lücken. In Städten und dicht besiedelten Regionen rechnet sich der Ausbau meist schneller. In ländlichen Gebieten sind die Hürden dagegen größer: Wälder, Täler, Naturschutzgebiete, Mittelgebirge, fehlende Strom- oder Glasfaseranbindung und lange Genehmigungsverfahren erschweren die Erschließung neuer Standorte.
Rund 30 Prozent der Fläche Deutschlands sind bewaldet, etwa 6,5 Prozent stehen unter Naturschutz. Gerade diese Regionen sind technisch und organisatorisch oft besonders anspruchsvoll. Gleichzeitig sind es häufig Gebiete, in denen Menschen wandern, reisen oder ihre Freizeit verbringen.

