
Seit seinem erneuten Auftauchen im März 2023 versetzt der Android-Banking-Trojaner „Anatsa“ Nutzerinnen und Nutzer weltweit in Alarmbereitschaft - auch in Deutschland. Den Cyberkriminellen ist es gelungen, ihren Schadcode in Apps zu verstecken, die über Google Play heruntergeladen werden können.
Das Sicherheitsunternehmen ThreatFabric hat alarmierende Daten veröffentlicht, wonach die Malware bereits über 30.000 Mal von Google Play heruntergeladen wurde. Deutschland belegt den unglücklichen dritten Platz bei der Anzahl der Installationen. Anatsa versteckt sich vor allem in PDF-Viewer-Apps, Editor-Apps und Office-Anwendungen für Android.
Nachdem ThreatFabric Google auf die schädlichen Apps aufmerksam gemacht hatte, wurden diese umgehend entfernt. Trotzdem gelingt es den Angreifern immer wieder, neue Apps mit eingebetteter Malware hochzuladen. Dabei verfolgen sie eine raffinierte Strategie: Zunächst werden die Apps ohne Schadcode hochgeladen und bestehen so die Google-Prüfung. Spätere Updates enthalten dann den Schadcode.
Anatsa ist keine neue Cyberbedrohung. Bereits im November 2021 gelang es Hackern, diesen Trojaner in Google Play einzuschleusen. Damals wurde die infizierte App über 300.000 Mal installiert.
Sobald eine mit Anatsa infizierte App auf einem Android-Gerät installiert ist, löst sie den Download weiterer Schadsoftware aus. Häufig tarnt sie sich als Texterkennungs-Add-on für Adobe Illustrator. Anatsa sammelt Bank- und Kreditkartendaten, indem es Benutzer auf gefälschte Websites lockt und sie dazu verleitet, ihre sensiblen Daten preiszugeben.
Ein weiteres erschreckendes Merkmal von Anatsa ist der Einsatz eines Keyloggers, der Tastatureingaben aufzeichnet. Die erbeuteten Daten werden missbraucht, um betrügerische Transaktionen im Namen des Opfers durchzuführen. Das gestohlene Geld wird in Kryptowährung umgewandelt und über ein komplexes Netzwerk ins Zielland transferiert.
→ weiterlesen





