Europol und Ermittlungsbehörden aus mehreren Ländern haben eine koordinierte Aktion gegen kriminelle Strukturen hinter illegalen Streaming- und IPTV-Diensten abgeschlossen. Im Mittelpunkt stand eine siebenmonatige Operation, die sich gegen die technische Infrastruktur richtete, über die urheberrechtlich geschützte Inhalte ohne Erlaubnis verbreitet wurden. Nach Angaben von Europol wurden dabei 29 Personen festgenommen und neun kriminelle Netzwerke zerschlagen.
Die Ermittlungen liefen von September 2025 bis April 2026 und zielten auf Anbieter und Hintermänner, die über komplexe Online-Plattformen Zugang zu Premium-Sportübertragungen, Filmen und Fernsehsendern verkauft haben sollen. Nach Angaben der Behörden war die Struktur bewusst grenzüberschreitend angelegt. Zahlungswege, Server und Vertriebsseiten waren voneinander getrennt, um die Ermittlungen zu erschweren.
Bei den Maßnahmen wurden mehr als 27.000 mit den illegalen Diensten verknüpfte Internetadressen entfernt oder abgeschaltet. Nach Einschätzung der Ermittler geht es dabei nicht nur um einzelne Webseiten, sondern um ein arbeitsteilig organisiertes Geschäftsmodell, das technisch professionell aufgebaut ist und in mehreren Ländern gleichzeitig operiert.
Es wurden 169 Domains gemeldet und über 720.000 urheberrechtlich geschützte Objekte sichergestellt.
Die Aktion wurde von Bulgarien koordiniert und von Europol unterstützt. Zudem waren Partner aus der Medien- und Anti-Piraterie-Branche beteiligt. Das Ziel der Zusammenarbeit bestand darin, nicht nur die sichtbaren Angebote zu sperren, sondern vor allem die dahinterliegenden Strukturen zu treffen.
Für Nutzer wirken solche Dienste oft wie eine günstige Alternative zu regulären Abonnements. Tatsächlich stehen dahinter jedoch häufig Netzwerke, die mit hoher technischer Flexibilität arbeiten und Inhalte ohne Rechtevergabe vermarkten.
Für die Ermittlungsbehörden bleibt das Thema relevant, weil solche Angebote schnell neu aufgebaut werden können. Die aktuelle Aktion soll deshalb auch als Signal verstanden werden, dass sich die Strafverfolgung zunehmend auf die Infrastruktur und die Geldflüsse hinter illegalem Streaming konzentriert.

