Google erweitert seine KI-Funktionen und stellt mit „Book Insights“ eine neue Funktion in Google Play Books vor. Dahinter steckt ein auf Gemini basierender Lesebegleiter, der die Lesenden direkt im Buch unterstützen soll. Er kann bisher gelesene Inhalte zusammenfassen, schwierige Stellen erklären und Fragen zu Handlung, Figuren oder Themen beantworten.
Damit wird Google Play Books ein Stück interaktiver. Anstatt beim Lesen den Browser zu öffnen, um Namen nachzuschlagen oder vorherige Kapitel erneut zu überfliegen, soll Book Insights viele dieser Aufgaben direkt in der App übernehmen.
Was ist Book insights?
Book Insights ist eine neue KI-Funktion von Google Play Books. Sie steht aktuell für ausgewählte englischsprachige E-Books zur Verfügung und kann in der Android-App sowie im Web-Reader genutzt werden.
Google bezeichnet diese Funktion als „Lesebegleiter“. Nutzer können während des Lesens auf das Glühbirnen-Symbol tippen oder Text markieren, um passende Hilfen einzublenden. Unterstützte Bücher sind auf der Detailseite mit einem „Tools“-Badge gekennzeichnet.
Google nennt zum Start unter anderem bekannte Klassiker wie „Romeo and Juliet“, „Moby Dick“ und „Pride and Prejudice“ als Beispiele. Auch Tausende kostenlos verfügbare Titel sollen die Funktion bereits unterstützen.
„Catch me up“ fasst den bisherigen Inhalt zusammen
Eine der wichtigsten Funktionen heißt „Catch me up“. Sie richtet sich an alle, die ein Buch nach einigen Tagen oder Wochen Pause wieder öffnen und nicht mehr genau wissen, was zuletzt passiert ist.
BookInsights erstellt daraufhin eine Zusammenfassung des bisher gelesenen Inhalts. Das ist vor allem bei langen Romanen, komplexen Sachbüchern oder Büchern mit vielen Figuren praktisch. Anstatt zurückzublättern, erhält man eine kurze Auffrischung und kann schneller wieder in die Handlung einsteigen.
KI erklärt schwierige Textstellen
Book Insights kann nicht nur bei der Erstellung von Zusammenfassungen helfen, sondern auch beim Verständnis einzelner Passagen. Wer einen Satz, einen Begriff oder einen Abschnitt markiert, erhält passende Fragen und Erklärungen dazu.
Dies ist insbesondere bei älteren Werken, fremdsprachigen Büchern oder literarisch anspruchsvollen Texten von Interesse. Ein Beispiel ist Shakespeare: Anstatt eine Formulierung extern nachzuschlagen, kann die KI direkt erklären, was eine bestimmte Aussage im Kontext bedeutet.
Eigene Fragen an das Buch stellen
Neben den vorgeschlagenen Fragen können Nutzer auch eigene Fragen stellen. Dafür gibt es ein Eingabefeld namens „Ask Play Books“. Über dieses können sie beispielsweise fragen, ob eine Figur bereits früher im Buch aufgetaucht ist, wie zwei Charaktere miteinander verbunden sind oder welche Bedeutung ein bestimmtes Motiv hat.
Google betont, dass Book Insights spoilerfrei arbeiten soll. Die Antworten sollen sich ausschließlich auf den Text beziehen, den der Nutzer bereits bis zur aktuellen Leseposition gelesen hat. So soll verhindert werden, dass die KI spätere Wendungen oder das Ende eines Buches verrät.
Das Risiko lässt sich allerdings nicht vollständig ausschließen. Google weist selbst darauf hin, dass generative KI experimentell ist und Fehler machen kann. Leser sollten die Antworten daher eher als Hilfestellung verstehen und nicht als endgültige Interpretation.
Vergleich mit Amazon Kindle liegt nahe
Der Schritt erinnert an Amazons KI-Funktion „Ask this Book“ für Kindle. Auch dort können Nutzer Fragen zu Handlung, Figuren und Themen stellen. Die Diskussion um solche Funktionen zeigt, dass E-Book-Plattformen zunehmend versuchen, Bücher nicht nur bereitzustellen, sondern aktiv beim Lesen zu begleiten.

