So teuer sind Netflix, Disney+, DAZN und Co. in zehn Jahren geworden

So teuer sind Netflix, Disney+, DAZN und Co. in zehn Jahren geworden

Streaming galt lange als günstige Alternative zum klassischen Pay-TV. Ein Abo von Netflix, Amazon Prime Video und später auch Disney+ reichte vielen Nutzern aus, um flexibel Filme, Serien und teilweise auch Sport zu schauen. Zehn Jahre später sieht der Markt jedoch deutlich anders aus: Die Auswahl ist größer geworden, die Inhalte sind stärker auf einzelne Plattformen verteilt und viele Anbieter haben ihre Preise mehrfach erhöht.

Besonders auffällig ist dabei, dass nicht alle Dienste gleich stark teurer geworden sind. Die Preise der klassischen Film- und Serienanbieter wurden meist schrittweise erhöht. Sport-Streaming ist dagegen in eine ganz andere Preisklasse gerutscht.

So stark sind die Streaming-Preise gestiegen

Übersicht: So stark sind die Preise gestiegen

In den letzten zehn Jahren hat sich das Streaming-Angebot massiv verändert. Aus wenigen günstigen Allround-Abos ist ein fragmentierter Markt mit vielen Einzelpaketen entstanden. Wer nur einen Anbieter nutzt, kann weiterhin vergleichsweise günstig streamen. Wer jedoch mehrere Dienste wie Netflix, Disney+, Prime Video, DAZN und WOW parallel abonniert, muss mit Kosten rechnen, die früher eher an klassisches Pay-TV erinnerten.

Die größten Preiserhöhungen gibt es im Sportbereich. DAZN ist das deutlichste Beispiel, WOW zieht ebenfalls nach. Bei Film- und Serienanbietern steigen die Preise zwar langsamer, aber kontinuierlich. Zusätzlich verschieben viele Dienste frühere Standardfunktionen in teurere Tarife oder koppeln günstige Preise an Werbung.

AnbieterFrüherer PreisAktueller VergleichspreisVeränderung
Netflix Premium11,99 Euro19,99 Euroca. +67 Prozent
Netflix Standard9,99 Euro13,99 Euroca. +40 Prozent
Amazon Prime Jahr49,00 Euro89,90 Euroca. +84 Prozent
Amazon Prime monatlich werbefrei8,99 Euro Prime11,98 Euro inkl. Werbefreiheitca. +33 Prozent gegenüber Prime allein
Disney+ Premium6,99 Euro zum Start15,99 Euroca. +129 Prozent
Apple TV4,99 Euro9,99 Euroca. +100 Prozent
DAZN9,99 Euro44,99 Euro Unlimited flexibelca. +350 Prozent
WOW/Sky Ticket Sport29,99 Euro44,99 Euroca. +50 Prozent
RTL+/TVNOW Premium4,99 Euro9,99 Euro Premiumca. +100 Prozent
Paramount+ Standard7,99 Euro9,99 Euroca. +25 Prozent
YouTube Premium11,99 Euro14,99 Euroca. +25 Prozent

Ein rotierendes Abo-Modell lohnt sich für Nutzer mehr denn je: Sie buchen einen Dienst für ein bis zwei Monate, schauen gezielt Inhalte und kündigen anschließend wieder. Denn es ist 2026 deutlich teurer als noch vor zehn Jahren, dauerhaft mehrere Abos parallel laufen zu lassen.

Netflix: Vom günstigen Allrounder zum Premium-Abo für fast 20 Euro

Netflix war einer der wichtigsten Treiber des Streaming-Booms in Deutschland. Im Jahr 2016 zahlten viele Nutzer 7,99 Euro für das Basis-Abo, 9,99 Euro für das Standard-Abo und 11,99 Euro für das Premium-Abo. Heute sieht die Preisstruktur anders aus.

Ein werbefinanziertes Netflix-Abo kostet 4,99 Euro pro Monat, das Standard-Abo ohne Werbung 13,99 Euro und das Premium-Abo 19,99 Euro. Ein direkter Vergleich zeigt: Besonders das Premium-Abo ist deutlich teurer geworden. Aus 11,99 Euro wurden 19,99 Euro. Das entspricht einer Preiserhöhung von rund 67 Prozent.

Gleichzeitig hat Netflix seine Tarifstruktur geändert. So wurde das alte werbefreie Basis-Abo für Neukunden abgeschafft. Wer günstig einsteigen möchte, entscheidet sich heute für das Abo mit Werbung. Wer 4K, mehrere parallele Streams und den vollen Komfort wünscht, muss hingegen deutlich mehr als früher zahlen.

Amazon Prime Video: Der eigentliche Preissprung steckt im Prime-Abo und in der Werbefreiheit

Amazon Prime Video ist ein Sonderfall, da dieser Dienst nicht separat, sondern nur im Rahmen einer Prime-Mitgliedschaft angeboten wird. 2016 kostete Amazon Prime in Deutschland noch 49 Euro pro Jahr. 2017 stieg der Jahrespreis auf 69 Euro und seit 2022 liegt er bei 89,90 Euro. Damit hat sich der Jahrespreis innerhalb von zehn Jahren um rund 84 Prozent erhöht.

Aktuell kostet Prime monatlich 8,99 Euro. Seit 2024 kommt jedoch ein wichtiger Punkt hinzu: Prime Video enthält Werbung. Wer weiterhin ohne Werbung streamen möchte, zahlt zusätzlich 2,99 Euro pro Monat. Somit kostet ein Prime-Abo mit werbefreiem Prime Video effektiv 11,98 Euro pro Monat.

Das macht Amazon zwar nicht automatisch zum teuersten Anbieter, aber der gefühlte Vorteil hat sich verändert. Früher war Prime Video ein werbefreies Streaming-Angebot im Prime-Paket enthalten. Heute ist Werbefreiheit ein Zusatzprodukt.

Disney+: Vom Kampfpreis zum Premium-Tarif

Disney+ startete 2020 in Deutschland mit einem sehr aggressiven Preis: 6,99 Euro pro Monat bzw. 69,99 Euro pro Jahr. Damals waren 4K, HDR und mehrere parallele Streams noch im regulären Abo enthalten. Dadurch war Disney+ ein starkes Preis-Leistungs-Angebot.

Heute ist die Struktur deutlich differenzierter. Disney+ Standard mit Werbung kostet 6,99 Euro pro Monat, Disney+ Standard ohne Werbung 10,99 Euro und Disney+ Premium 15,99 Euro. Wer heute ein vergleichbares Premium-Erlebnis mit 4K und mehreren Streams möchte, zahlt somit mehr als doppelt so viel wie zum Start.

Der günstige Einstiegspreis existiert zwar weiterhin, jedoch nur noch mit Werbung und einem eingeschränkten Leistungsumfang. Genau dieses Muster zeigt sich inzwischen bei mehreren Anbietern: Der Einstieg bleibt optisch bezahlbar, während die frühere Vollausstattung in teurere Tarife wandert.

Apple TV: Verdopplung seit dem Start

Apple TV startete 2019 in Deutschland und kostete 4,99 Euro pro Monat. Der Dienst war damals vergleichsweise günstig, bot aber auch ein kleineres Angebot als Netflix oder Amazon. Inzwischen kostet Apple TV in Deutschland 9,99 Euro pro Monat.

Damit hat sich der Preis innerhalb weniger Jahre verdoppelt. Im Vergleich zu einigen anderen Anbietern bleibt Apple mit seiner übersichtlichen Tarifstruktur ohne Werbung, Standard und Premium noch günstig. Dennoch zeigt auch Apple, dass günstige Einstiegspreise im Streamingmarkt selten dauerhaft sind.

DAZN: Der drastischste Preisanstieg im Vergleich

Die Preisentwicklung ist bei DAZN besonders deutlich. Zum Start im Jahr 2016 kostete DAZN 9,99 Euro pro Monat. Damals war der Dienst für viele Sportfans eine günstige Möglichkeit, Live-Sport zu schauen. Im Laufe der Jahre kamen jedoch immer mehr hochwertige Rechte hinzu, darunter Bundesliga, Champions League und internationale Fußballrechte.

Im Jahr 2026 wird die Preiswelt völlig anders aussehen. DAZN wird mehrere Pakete anbieten. Der Mobile Pass ist ab 9,99 Euro erhältlich, DAZN Super Sports kostet im Jahresabo 19,99 Euro pro Monat bzw. 24,99 Euro bei monatlicher Kündigung. Das große Paket „DAZN Unlimited” liegt bei 34,99 Euro im Jahresabo und bei 44,99 Euro im monatlich kündbaren Modell.

Vergleicht man den alten Einstiegspreis von 9,99 Euro mit dem heutigen Unlimited-Abo, das 44,99 Euro kostet, so ergibt sich eine Steigerung von rund 350 Prozent. Fairerweise muss man jedoch sagen, dass das Angebot nicht identisch geblieben ist. DAZN hat deutlich mehr teure Sportrechte im Programm. Für die Nutzer zählt am Ende aber trotzdem der monatliche Betrag - und der ist massiv gestiegen.

WOW und Sky Ticket: Sport wird auch hier teurer

Auch WOW, ehemals Sky Ticket, zeigt die Entwicklung im Sportbereich. 2016 startete Sky Ticket mit einem Supersport-Monatsticket für 29,99 Euro. Heute kostet das Monatsabo von WOW Live-Sport 44,99 Euro. Das entspricht einer Preiserhöhung von etwa 50 Prozent.

Bei Filmen und Serien ist die Entwicklung weniger eindeutig, da es viele Aktionen, Kombipakete und wechselnde Angebotsstrukturen gibt. Der große Preisdruck liegt auch hier beim Live-Sport. Bundesliga, 2. Bundesliga, Formel 1, Premier League und weitere Rechte treiben die Kosten in die Höhe. Für Fans bedeutet das: Wer live dabei sein möchte, muss deutlich tiefer in die Tasche greifen als noch vor einigen Jahren.

RTL+: Aus TVNOW Premium für 4,99 Euro wird ein mehrstufiges Abo-Modell

Auch RTL+ hat sich stark verändert. Im Jahr 2018 kostete TVNOW Premium noch 4,99 Euro pro Monat. Damals standen vor allem die Mediathek, Vorab-Inhalte und das Live-TV der RTL-Gruppe im Mittelpunkt.

Inzwischen ist das Angebot von RTL+ deutlich breiter gefächert. Es gibt die Abonnements Basic, Premium, Premium Werbefrei und RTL+ Musik. Basic kostet 5,99 Euro, Premium 9,99 Euro, Premium ohne Werbung 12,99 Euro und RTL+ Musik 14,99 Euro pro Monat. Das frühere Premium-Angebot für 4,99 Euro ist damit nicht mehr mit der heutigen Struktur vergleichbar.

Auch hier gilt: Die Plattform bietet mehr Inhalte und Funktionen als zuvor. Gleichzeitig ist der Preis für ein vergleichbares Premium-Erlebnis etwa doppelt so hoch wie zu TVNOW-Zeiten.

Paramount+: Später gestartet, aber ebenfalls teurer geworden

Paramount+ ist erst Ende 2022 in Deutschland gestartet. Zum Start kostete das Monatsabo 7,99 Euro. Mittlerweile gibt es mehrere Tarife. Das werbefinanzierte Basis-Abo kostet 5,99 Euro pro Monat, das Standard-Abo 9,99 Euro und das Premium-Abo 12,99 Euro.

Damit fällt die Preissteigerung im Vergleich zu Anbietern wie Netflix, DAZN oder Disney+ noch moderater aus. Dennoch ist auch hier das bekannte Muster erkennbar: Ein ursprünglich einfaches Abo wird in mehrere Stufen aufgeteilt. Wer bessere Qualität, mehr Komfort oder weniger Werbung möchte, muss einen höheren Tarif wählen.

YouTube Premium: Vom Komfort-Abo zum teureren Alltagsdienst

YouTube Premium ist zwar kein klassischer Serien-Streamingdienst, gehört für viele Nutzer aber längst zum Streaming-Alltag. 2019 lag der Preis in Deutschland bei 11,99 Euro pro Monat. 2026 wurde der Preis für das Einzelabo auf 14,99 Euro angehoben. Das Familienabo kostet inzwischen 27,99 Euro pro Monat, Premium Lite liegt bei 7,99 Euro.

Auch hier wird deutlich: Wer Werbung vermeiden möchte, muss immer tiefer in die Tasche greifen. YouTube unterscheidet sich jedoch von Netflix oder Disney+, da das kostenlose, werbefinanzierte Angebot weiterhin existiert. Premium ist deshalb eher ein Komfort-Abo, das Werbefreiheit, Hintergrundwiedergabe, Downloads und YouTube Music bietet.

Warum Streaming immer teurer wird

Die Preissteigerungen haben mehrere Gründe. Ein wichtiger Faktor sind die steigenden Produktionskosten. Netflix, Disney, Amazon und Apple investieren Milliarden in Eigenproduktionen sowie exklusive Serien, Filme und internationale Inhalte. Gleichzeitig sind die Lizenzrechte teurer geworden.

Noch deutlicher wird das beim Sport. Die Rechte für Fußball, Formel 1, Tennis, Darts und internationale Wettbewerbe sind enorm teuer. Diese Kosten werden teilweise an die Abonnenten weitergegeben. Deshalb sind die Preise von DAZN und WOW im Vergleich zu klassischen Film- und Serienanbietern besonders stark gestiegen.

Ein weiterer Faktor ist die Marktreife. In der Anfangsphase wollten die Streamingdienste möglichst schnell viele Nutzer gewinnen. Niedrige Einstiegspreise waren dafür ein starkes Argument. Heute steht die Profitabilität im Vordergrund. Viele Anbieter erhöhen die Preise, führen Werbeabos ein oder schränken das Account-Sharing ein.

Werbeabos verändern den Vergleich

Ein wichtiger Punkt ist, dass die günstigsten Preise von heute oft nicht mehr direkt mit denen von früher vergleichbar sind. Netflix, Disney+, Prime Video, Paramount+ und RTL+ setzen inzwischen entweder auf Werbung oder auf abgespeckte Einstiegstarife.

Wer keine Werbung sehen, in 4K streamen, mehrere Geräte nutzen oder Downloads verwenden möchte, muss in der Regel einen teureren Tarif wählen.

Letzte Aktualisierung: 18. Juni 2026
Felix Bauer
Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant und IT Fachjournalist (Themen: Tech, IT-Sicherheit und Datenschutz). Felix Bauer ist seit 20 Jahren in der IT-Sicherheitsbranche tätig. Sein Hauptschwerpunkt liegt auf dem Thema „Virenschutz für Endanwender“. Felix Bauer ist OpenSource-Evangelist und besitzt den Master of Science in Security and Forensic Computing. Felix Bauer hat bereits an zahlreichen IT-Sicherheitskonferenzen und sonstigen IT-Sicherheitstagungen teilgenommen und diverse professionelle Qualifikationen im Bereich IT-Sicherheit erworben. Er ist Mitbegründer des Projekts bleib-Virenfrei.

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