iOS 27: Apple will Siri offenbar für externe KI-Dienste öffnen

Apple könnte Siri mit iOS 27 deutlich stärker öffnen als bisher. Laut aktuellen Berichten soll es künftig möglich sein, externe KI-Dienste direkt mit Siri zu verknüpfen. Damit könnte Apples Sprachassistent nicht nur auf eigene Funktionen oder die bisherige ChatGPT-Anbindung setzen, sondern auch Antworten anderer KI-Anbieter einbinden. In den Berichten werden unter anderem Google Gemini und Anthropic Claude genannt. Offiziell angekündigt hat Apple das bislang jedoch nicht.

Lange galt Siri als eher geschlossenes System, während konkurrierende KI-Apps ihre Funktionen meist nur in eigenen Anwendungen anbieten konnten. Mit der geplanten Öffnung würde Apple jedoch einen anderen Weg einschlagen: Siri bliebe die zentrale Anlaufstelle auf dem iPhone, iPad oder Mac, könnte Anfragen aber je nach Bedarf an verschiedene KI-Dienste weiterleiten. Dies ähnelt der bereits bestehenden Zusammenarbeit mit OpenAI, bei der Siri bestimmte Fragen an ChatGPT übergeben kann. Genau dieses Prinzip soll nun offenbar auf weitere Anbieter ausgeweitet werden.

Besonders spannend ist, dass Apple Berichten zufolge an einem System arbeitet, das externen KI-Apps eine tiefere Einbindung ermöglicht. In Testversionen ist demnach sogar von einer Art Erweiterungsmodell die Rede, über das installierte Apps mit Siri und weiteren Apple-Intelligence-Funktionen zusammenarbeiten können. Das hieße, dass Siri künftig eher zur Schaltzentrale für verschiedene KI-Dienste wird, statt nur als eigenständiger Assistent zu agieren.

Seit Monaten steht Apple unter Druck, bei KI schneller und flexibler zu werden. Viele der groß angekündigten Siri- und Apple-Intelligence-Funktionen ließen länger auf sich warten als erwartet. Parallel dazu wächst der Druck von außen: Nutzer vergleichen Siri inzwischen nicht mehr nur mit Alexa oder dem Google Assistant, sondern direkt mit ChatGPT, Gemini, Claude und anderen modernen KI-Systemen. Eine Öffnung für Drittanbieter wäre somit auch ein Eingeständnis, dass die Zukunft digitaler Assistenten nicht mehr allein in einer einzigen, abgeschotteten Lösung liegt.

Dazu kommt, dass Apple sein Ökosystem ohnehin bereits an mehreren Stellen öffnen musste oder geöffnet hat - vor allem in der EU. Auf seiner Entwicklerseite beschreibt Apple zahlreiche Änderungen an iOS, iPadOS, Safari und dem App Store, die im Zusammenhang mit dem Digital Markets Act stehen. Zwar ist nicht bestätigt, dass die Siri-Öffnung direkt auf diese Regeln zurückgeht. Dieser Schritt passt jedoch in eine größere Entwicklung, in der Apple mehr Auswahl zulassen muss, während das Unternehmen zugleich versucht, die Kontrolle über die Nutzererfahrung zu behalten.

Eine solche Öffnung hätte für Anwender klare Vorteile. Wer Siri bislang als schwach oder unflexibel empfindet, könnte künftig die Stärken anderer Modelle nutzen, ohne ständig zwischen Apps wechseln zu müssen. Nutzer könnten beispielsweise kreative Aufgaben an Claude, allgemeine Wissensfragen an Gemini oder andere Spezial-KIs für bestimmte Aufgaben weiterleiten. Siri stünde dann weniger im Mittelpunkt und würde vielmehr zum intelligenten Verteiler für unterschiedliche KI-Werkzeuge werden. Apple könnte damit auch neue Einnahmen über App-Store-Abos rund um KI-Dienste generieren.

Noch ist allerdings Vorsicht geboten. Derzeit handelt es sich lediglich um Berichte, die auf Informationen von Bloomberg basieren, nicht um eine offizielle Apple-Ankündigung. Die Vorstellung soll rund um die WWDC 2026, die am 8. Juni 2026 beginnt, geplant sein. Erst dann wird sich zeigen, wie weit Apple wirklich geht, ob Siri also weltweit für mehrere KI-Assistenten geöffnet wird, wie tief diese Dienste ins System eingebunden werden und ob den Nutzern tatsächlich eine echte Wahl gelassen wird oder nur begrenzte Übergaben erlaubt sind.

Für iPhone-Nutzer wäre das eine gute Nachricht - vorausgesetzt, Apple setzt die Öffnung nicht nur halbherzig um.

Letzte Aktualisierung: 27. März 2026
Felix Bauer
Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant und IT Fachjournalist (Themen: Tech, IT-Sicherheit und Datenschutz). Felix Bauer ist seit 20 Jahren in der IT-Sicherheitsbranche tätig. Sein Hauptschwerpunkt liegt auf dem Thema „Virenschutz für Endanwender“. Felix Bauer ist OpenSource-Evangelist und besitzt den Master of Science in Security and Forensic Computing. Felix Bauer hat bereits an zahlreichen IT-Sicherheitskonferenzen und sonstigen IT-Sicherheitstagungen teilgenommen und diverse professionelle Qualifikationen im Bereich IT-Sicherheit erworben. Er ist Mitbegründer des Projekts bleib-Virenfrei.

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Hinweis: Aufgrund einer enormen Zunahme von Spam-Kommentaren muss ich alle Kommentare manuell freischalten. Es kann daher zu Verzögerungen bei der Veröffentlichung von Kommentaren kommen.