{"id":13558,"date":"2026-06-17T10:13:20","date_gmt":"2026-06-17T08:13:20","guid":{"rendered":"https:\/\/www.felix-bauer-it.de\/blog\/?p=13558"},"modified":"2026-06-17T10:13:21","modified_gmt":"2026-06-17T08:13:21","slug":"stop-killing-games-eu-kommission-reagiert-auf-burgerinitiative","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.felix-bauer-it.de\/blog\/stop-killing-games-eu-kommission-reagiert-auf-burgerinitiative\/","title":{"rendered":"Stop Killing Games: EU-Kommission reagiert auf B\u00fcrgerinitiative"},"content":{"rendered":"<p class=\"wp-block-paragraph\">Die EU-Kommission hat auf die B\u00fcrgerinitiative \u201e<strong>Stop Destroying Videogames<\/strong>\u201d, die vielen Spielern besser unter dem Namen \u201e<strong>Stop Killing Games<\/strong>\u201d bekannt ist, reagiert. Die Initiative fordert, dass Publisher bereits verkaufte oder lizenzierte Videospiele nicht dauerhaft unspielbar machen d\u00fcrfen, nur weil sie Server abschalten oder Online-Dienste einstellen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr viele Spieler ist dieses Thema l\u00e4ngst mehr als eine theoretische Debatte. Moderne Spiele setzen immer h\u00e4ufiger eine Serververbindung voraus, selbst wenn gro\u00dfe Teile des Spiels auch lokal funktionieren k\u00f6nnten. Wenn der offizielle Support endet, kann ein gekauftes Spiel im schlimmsten Fall komplett verschwinden.<\/p>\n\n\n\n<!--more-->\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Fast 1,3 Millionen best\u00e4tigte Unterst\u00fctzer<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Anfang 2026 wurde die B\u00fcrgerinitiative offiziell bei der EU-Kommission eingereicht. Zuvor hatte sie fast 1,3 Millionen best\u00e4tigte Unterst\u00fctzungsbekundungen gesammelt. Damit war die EU-Kommission verpflichtet, sich mit dem Anliegen zu besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im Kern geht es um eine einfache Frage: Was bedeutet es heute, ein digitales Spiel zu kaufen? Viele Nutzer gehen davon aus, dass sie ein gekauftes Spiel grunds\u00e4tzlich dauerhaft nutzen k\u00f6nnen. Publisher argumentieren dagegen h\u00e4ufig, dass K\u00e4ufer lediglich eine Lizenz oder einen zeitlich oder technisch begrenzten Zugang erwerben.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">EU-Kommission lehnt gesetzliche Pflicht ab<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Antwort der EU-Kommission f\u00e4llt f\u00fcr die Unterst\u00fctzer der Initiative ern\u00fcchternd aus. Eine gesetzliche Pflicht, Spiele nach dem Ende der kommerziellen Verwertung dauerhaft spielbar zu halten, wird es vorerst nicht geben.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Kommission begr\u00fcndet dies unter anderem mit Urheberrechten, geistigem Eigentum, Gesch\u00e4ftsgeheimnissen sowie m\u00f6glichen technischen und finanziellen Risiken. Eine solche Verpflichtung k\u00f6nnte tief in die Rechte und Gesch\u00e4ftsmodelle der Anbieter eingreifen. Laut Kommission spielen auch Sicherheitsfragen eine Rolle, etwa wenn Spiele ohne offiziellen Support weiterbetrieben oder \u00fcber private Server verf\u00fcgbar gemacht werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz gesagt: Die EU-Kommission erkennt das Problem zwar an, will Publisher aber aktuell nicht per Gesetz dazu verpflichten, bereits abgeschaltete Spiele funktionsf\u00e4hig zu halten.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Statt Gesetz: Verhaltenskodex mit der Games-Branche<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die B\u00fcrgerinitiative bleibt aber nicht ohne Folgen. So will die EU-Kommission bis Ende 2026 Gespr\u00e4che mit der Videospielbranche, Verbrauchersch\u00fctzern und weiteren Beteiligten starten. Ziel ist ein freiwilliger Verhaltenskodex f\u00fcr den Umgang mit dem sogenannten \u201eEnd of Life\u201c von Spielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei k\u00f6nnte es beispielsweise um klarere Hinweise beim Kauf gehen. Spieler sollen besser erkennen k\u00f6nnen, ob ein Spiel dauerhaft nutzbar ist, ob zentrale Funktionen von Servern abh\u00e4ngen und ob ein Spiel nach einer m\u00f6glichen Abschaltung nur noch eingeschr\u00e4nkt funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Auch die Frage, wie digitale Spiele langfristig erhalten werden k\u00f6nnen, soll thematisiert werden. Denkbar w\u00e4ren beispielsweise bessere Transparenzstandards, klarere Informationen in Stores oder Kooperationen mit Einrichtungen, die sich um den Erhalt digitaler Kultur k\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Warum das Thema so wichtig ist<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Problem betrifft vor allem Always-Online-Spiele und Titel, die stark von zentralen Servern abh\u00e4ngig sind. Wenn der Betrieb dieser Server eingestellt wird, verlieren K\u00e4ufer nicht nur die Multiplayer-Funktionen, sondern teilweise den kompletten Zugang zum Spiel.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau daran entz\u00fcndete sich die Debatte um \u201eStop Killing Games\u201d. Ein bekanntes Beispiel ist das Rennspiel <strong>The Crew<\/strong> von Ubisoft, dessen Server abgeschaltet wurden. Da das Spiel keine echte Offline-Alternative bot, war es f\u00fcr K\u00e4ufer anschlie\u00dfend nicht mehr spielbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr viele Spieler f\u00fchlt es sich wie ein digitaler Totalschaden an. Sie haben Geld bezahlt, besitzen am Ende aber kein dauerhaft nutzbares Produkt. Die Initiative argumentiert deshalb, dass Publisher Spiele nicht einfach \u201ezerst\u00f6ren\u201c d\u00fcrfen, sobald sich der weitere Betrieb nicht mehr lohnt.<\/p>\n\n\n\n<h2 class=\"wp-block-heading\">Entt\u00e4uschung bei Unterst\u00fctzern<\/h2>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr die Unterst\u00fctzer von \u201eStop Killing Games\u201d ist die Reaktion der EU-Kommission wahrscheinlich keine echte Erfolgsmeldung. Die zentrale Forderung nach einer gesetzlichen Pflicht wird n\u00e4mlich nicht erf\u00fcllt. Stattdessen setzt Br\u00fcssel auf Gespr\u00e4che, freiwillige Standards und bessere Informationen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das kann man als ersten politischen Schritt betrachten. Man kann ihn aber auch als deutlich zu schwach bewerten. Denn freiwillige Verhaltenskodizes funktionieren nur, wenn die Branche tats\u00e4chlich gewillt ist, ihre Praxis zu \u00e4ndern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurzfristig wird sich wenig \u00e4ndern. Langfristig k\u00f6nnte der Druck jedoch dazu f\u00fchren, dass Publisher beim Abschalten von Spielen transparenter handeln m\u00fcssen - und m\u00f6glicherweise st\u00e4rker dar\u00fcber nachdenken, ob ein Spiel nach dem Support-Ende zumindest in einer Basisversion erhalten bleiben kann.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die EU-Kommission hat auf die B\u00fcrgerinitiative \u201eStop Destroying Videogames\u201d, die vielen Spielern besser unter dem Namen \u201eStop Killing Games\u201d bekannt ist, reagiert. Die Initiative fordert, dass Publisher bereits verkaufte oder lizenzierte Videospiele nicht dauerhaft unspielbar machen d\u00fcrfen, nur weil sie Server abschalten oder Online-Dienste einstellen. 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