VPN-Test der Stiftung Warentest: Die Testergebnisse

VPN Test
VPN Anbieter im Test

Die Stiftung Warentest hat 14 VPN-Dienste getestet und bewertet, um Verbrauchern bei der Auswahl des besten Dienstes zu helfen. Die Testergebnisse liefern wertvolle Informationen über die Effizienz und Zuverlässigkeit von VPN-Diensten.

Die getesteten Dienste umfassten sowohl kostenlose als auch kostenpflichtige Anbieter und wurden anhand von fünf Kriterien bewertet: Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit, Datenschutz, Handhabung, Vielseitigkeit und Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Das Wichtigste in Kürze

Hier eine Zusammenfassung der wichtigsten Informationen aus dem Testbericht der Stiftung Warentest zu VPN-Diensten:

Die besten VPN-Anbieter laut Stiftung Warentest

VPN Anbieter Test­ergebnis Preis / Monat
1 NordVPN Icon NordVPN Note: 2,9 ab 3,79 Euro Aktuell 63% Rabatt
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(nordvpn.com)
2 Surfshark Icon Surfshark VPN Note: 3,0 ab 1,99 Euro Aktuell 79% RabattZum Anbieter
(surfshark.com)
3 Windscribe Icon Windscribe Note: 3,1 ab 5,40 Euro Zum Anbieter
(windscribe.com)

NordVPN – der beste VPN Anbieter

NordVPN
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(nordvpn.com)

Bester VPN-Dienst ist laut Stiftung Warentest der Anbieter NordVPN, der in fast allen Kategorien überzeugen konnte und als einziger Dienst mit der Note 2,9 bewertet wurde.

Auch ich benutze NordVPN seit einigen Jahren und kann den Dienst nur weiterempfehlen. Mit über 6.329 Servern in 111 Ländern bietet NordVPN ein sehr großes VPN-Netzwerk.

NordVPN wurde 2012 von der in Panama ansässigen Firma Tefincom S.A. gegründet und hat sich seitdem zu einem der bekanntesten VPN-Anbieter entwickelt. Die Tester der Stiftung Warentest hoben besonders hervor, dass NordVPN schnelle Surf-Geschwindigkeiten und eine benutzerfreundliche Oberfläche bietet.

Die Einrichtung und Nutzung des Dienstes ist einfach. Es gibt Apps für verschiedene Plattformen wie Windows, macOS, Android und iOS sowie Erweiterungen für Browser wie Chrome und Firefox.

Die Windows-Software von NordVPN
Die Benutzeroberfläche der VPN-Software von NordVPN. Der VPN-Standort kann einfach ausgewählt werden. Außerdem gibt es Menüoptionen wie „Dedicated Server“, „Dedicated IP“, „Double VPN“, „Hidden Server“, „Onion Over VPN“ und „P2P“.

Unterstützte VPN-Protokolle sind IKEv2, OpenVPN (UDP/TCP) und das schnelle NordLynx-Protokoll (basiert auf WireGuard). Sicherheitsfunktionen wie Kill Switch und Bedrohungsschutz sind integriert.

Zum Anbieter
(nordvpn.com)

Platz 2: Surfshark

Surfshark Icon
Zu Surfshark
(surfshark.com)

Den zweiten Platz im Test der Stiftung Warentest belegte Surfshark. Surfshark ist ein relativ neuer Akteur im Bereich der VPN-Dienste, der sich aufgrund seiner Benutzerfreundlichkeit, Geschwindigkeit und Sicherheitsfunktionen schnell einen Namen gemacht hat. Eines der Hauptmerkmale von Surfshark ist die Fähigkeit, eine unbegrenzte Anzahl von Geräten gleichzeitig zu unterstützen, was es von vielen anderen VPN-Anbietern unterscheidet. Besonders nützlich ist dies für Familien oder kleine Unternehmen, die mehrere Geräte gleichzeitig schützen möchten.

Surfshark bietet eine Reihe fortschrittlicher Sicherheitsfunktionen. Dazu gehört der CleanWeb-Service, der Malware und Phishing-Versuche sowie Tracker und Werbung blockiert.

Für Windows 11 bietet Surfshark einen praktischen IP-Rotator an. Dieser soll alle 5 bis 10 Minuten die IP-Adresse nahtlos wechseln. Bei meinem letzten Test hat das leider nicht funktioniert – trotz wiederholter Versuche wurde die IP nicht gewechselt. In einer früheren Version funktionierte der Rotator einwandfrei.

Im Hinblick auf den Datenschutz hat sich Surfshark verpflichtet, keine Protokolle zu führen, d.h. es gibt keine Aufzeichnungen über die Online-Aktivitäten seiner Nutzer. Diese Politik wird durch den Sitz des Unternehmens auf den Britischen Jungferninseln erleichtert, wo es keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten gibt.

Surfshark bietet schnelle Verbindungsgeschwindigkeiten, was besonders für Streaming und Torrenting wichtig ist.

Platz 3: Windscribe

Windscribe Icon
Windscribe

Der Anbieter Windscribe, der auf Platz 3 im Test der Stiftung Warentest landete, bietet VPN-Server in über 60 Ländern und kann auf verschiedenen Geräten wie Windows, Mac, iOS und Android genutzt werden.

Windscribe bietet kostenlose und kostenpflichtige Abonnements an. Die kostenlose Version hat eine begrenzte Datenmenge und Zugang zu einer begrenzten Anzahl von Servern, während die Premium-Version unbegrenzten Datenzugang und zusätzliche Serveroptionen bietet.

Einige VPN-Dienste schlecht bewertet

Es gab auch einige schlechte Bewertungen im Test. Der Anbieter PrivateVPN fiel mit der Gesamtnote „mangelhaft“ durch, da er unter anderem in den Kategorien Geschwindigkeit und Vielseitigkeit Schwächen aufwies.

Ebenfalls nicht überzeugen konnten die VPN-Anbieter PureVPN, Ivacy, VyprVPN, ZenMate und Hotspot Shield, die jeweils nur die Gesamtnote „ausreichend“ erhielten.

Mängel in den Datenschutzbestimmungen und Allgemeinen Geschäftsbedingungen

Die Tester der Stiftung Warentest bemängeln, dass fast alle VPN-Anbieter sowohl die Datenschutzerklärungen als auch die Allgemeinen Geschäftsbedingungen nur in englischer Sprache zur Verfügung stellen. Lediglich Cyberghost und HMA bieten Datenschutzerklärungen in deutscher Sprache an. Allerdings enthalten auch diese häufig zu wenige Details, beispielsweise zur Speicherdauer oder den genauen Rechtsgrundlagen der Datenverarbeitung. Aufgrund dieser Mängel erhielten alle VPN-Dienste bei der Bewertung des Datenschutzes mindestens eine Abwertung. Kein Anbieter kam hier über ein „befriedigend“ hinaus.

Ein ähnliches Bild ergab sich bei den Allgemeinen Geschäftsbedingungen. HMA bietet zwar eine deutsche Version an, wendet aber Prinzipien aus dem amerikanischen Recht an, die dem deutschen bzw. europäischen Recht widersprechen können. Bei Vypr gibt es zwar auch deutschsprachige AGB, allerdings räumt sich der Anbieter hier das Recht ein, Kunden ohne Angabe von Gründen vom Dienst auszuschließen – eine Klausel, die in Deutschland unzulässig wäre. Aufgrund solcher Mängel wurden auch hier viele VPN-Dienste in der Bewertung abgewertet.

Die VPN-Funktionen von Browsern wie Opera reichen nicht aus

VPNs müssen nicht unbedingt als separate Software installiert werden. Einige Browser wie Opera bieten auch eigene VPN-Funktionen. Im Test der Stiftung Warentest schnitten solche Browser-VPNs jedoch nicht gut ab. Bei Opera wird nur der Browser selbst durch das VPN geschützt. Andere Programme auf dem Gerät, etwa E-Mail-Anwendungen, bleiben ungeschützt. Spezielle VPN-Software verschlüsselt dagegen den gesamten Datenverkehr auf dem Gerät.

Auch die Standortwahl ist bei Browser-VPNs stark eingeschränkt. Bei Opera stehen nur 3 Länder zur Auswahl. Um Geoblocking oder Zensur zu umgehen, braucht man aber Zugriff auf Server in vielen verschiedenen Ländern.

Positiv ist, dass Browser-VPN wie bei Opera keine zusätzlichen Kosten verursachen. Allerdings ist der Funktionsumfang deutlich geringer als bei kostenpflichtigen VPN-Diensten. Laut Test eignen sich Browser-VPNs allenfalls zum risikolosen Ausprobieren. Für einen umfassenden Schutz müsse man auf spezialisierte Software zurückgreifen.

Insgesamt kommt die Stiftung Warentest zu dem Schluss, dass VPN-Funktionen direkt im Browser zwar praktisch sind, aber nur einen begrenzten Nutzen bieten. Für einen umfassenden Schutz empfehlen die Tester weiterhin separate VPN-Programme, auch wenn diese kostenpflichtig sind.

So bewertete die Stiftung Warentest

  • Getestet wurden 14 VPN-Dienste mit deutschsprachiger Webseite und Software für Windows, Android und iOS. Die Auswahl erfolgte nach Anbietern mit Servern in möglichst vielen Ländern.
  • Zusätzlich wurden die VPN-Funktionen der Browser Brave und Opera untersucht.
  • Der Test erfolgte verdeckt über die Apps für Windows, Android und iOS. Windows war der Hauptzugangsweg für die Prüfung von Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Geschäftsbedingungen.
  • Die Kriterien waren:
    • Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit (35 Prozent): Surfgeschwindigkeit, Umgehung von Geoblocking und Zensur.
    • Schutz persönlicher Daten (35%): Datenerhebung, Verschlüsselung, Kontoschutz etc.
    • Einrichtung und Betrieb (15%): Ersteinrichtung, Update-Richtlinie usw.
    • Vielseitigkeit (15%): unterstützte Plattformen, Zahlungsmöglichkeiten, zusätzliche Funktionen
    • Mängel in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen (0%)
  • Abwertungen gab es bei unzureichendem Datenschutz und Mängeln in der Datenschutzerklärung oder den AGB.

Fazit

Der Test der Stiftung Warentest zeigt, dass es eine Vielzahl guter VPN-Dienste auf dem Markt gibt, die für Nutzer eine gute Wahl sein können. Es ist jedoch wichtig, vor der Auswahl eines VPN-Dienstes gründlich zu recherchieren und auf die individuellen Bedürfnisse und Anforderungen zu achten, um den bestmöglichen Dienst auszuwählen.

Hier ist der Link zum vollständigen Testbericht der Stiftung Warentest.

Häufige Fragen

Wozu wird ein VPN benötigt?

Ein VPN kann für viele Zwecke eingesetzt werden, wie z. B.:

  • Schutz der Privatsphäre und Verhinderung von Überwachung durch Regierungen, ISPs und Hacker.
  • Zugang zu geografisch eingeschränkten Inhalten (Umgehung von Geoblocking).
  • Sicherheit bei der Nutzung öffentlicher WLAN-Netzwerke.
  • Verbindung zu entfernten Netzwerken, z. B. für den Fernzugriff auf Unternehmensressourcen.
  • In einigen Ländern werden bestimmte Webseiten und Dienste blockiert. Ein VPN kann verwendet werden, um diese Zensur zu umgehen und auf diese gesperrten Inhalte zuzugreifen.
  • Ein VPN kann nützlich sein, um länderspezifische Preisunterschiede auszunutzen. Viele digitale Dienste, wie z. B. Streaming-Plattformen oder Software-Abonnements, werden in verschiedenen Ländern zu unterschiedlichen Preisen angeboten. Durch den Einsatz eines VPN können Nutzer auf diese Dienste zugreifen, als befänden sie sich in einem Land mit günstigeren Preisen. So kann man z.B. YouTube Premium mit VPN günstiger bekommen. Und auch bei anderen beliebten Streaming-Diensten wie Spotify und Netflix kann man mit VPN von den unterschiedlichen Preisen in den einzelnen Ländern profitieren.
Welche VPN-Protokolle gibt es? Und welches wird empfohlen?

Die Wahl des VPN-Protokolls hängt von Ihren spezifischen Anforderungen ab. Wenn Sie Wert auf maximale Sicherheit legen, sind OpenVPN und WireGuard oft die empfohlenen Optionen. Steht die Geschwindigkeit im Vordergrund, sind IKEv2 oder WireGuard die richtige Wahl.

Wird die Internetverbindung durch ein VPN verlangsamt? Die Verwendung eines VPN (Virtual Private Network) kann sich aus mehreren Gründen auf die Internetgeschwindigkeit auswirken: Eine der Hauptfunktionen eines VPN ist die Verschlüsselung der Daten, die zwischen Ihrem Gerät und dem VPN-Server übertragen werden. Dieser Prozess erfordert zusätzliche Rechenleistung und kann die Geschwindigkeit, mit der Daten gesendet und empfangen werden, verringern.

Auch die physische Entfernung zwischen Ihrem Standort und dem VPN-Server kann eine Rolle spielen. Je weiter der Datenverkehr, desto höher die Latenzzeit und desto langsamer die Verbindung.
Was versteht man unter einem Kill Switch? Ein VPN Kill Switch ist eine Sicherheitsfunktion, die in vielen VPN-Anwendungen integriert ist. Seine Hauptaufgabe besteht darin, den Internetverkehr zu unterbrechen, falls die VPN-Verbindung unerwartet unterbrochen wird. Diese Funktion ist entscheidend, um sicherzustellen, dass Ihre echte IP-Adresse und andere möglicherweise sensible Daten nicht versehentlich über eine ungesicherte Verbindung ohne VPN-Schutz offengelegt werden.

Es gibt verschiedene Arten von Kill-Switches, von denen einige auf Anwendungsebene und andere auf Systemebene arbeiten. Kill-Switches auf Anwendungsebene unterbrechen bestimmte Programme oder Prozesse, wenn die VPN-Verbindung unterbrochen wird, während Kill-Switches auf Systemebene den gesamten Internetverkehr auf dem Gerät blockieren.
Felix Bauer
Felix Bauer
Felix Bauer ist IT-Security Consultant und IT Fachjournalist (Themen: IT-Sicherheit und Datenschutz). Felix Bauer ist seit 20 Jahren in der IT-Sicherheitsbranche tätig. Sein Hauptschwerpunkt liegt auf dem Thema „Virenschutz für Endanwender“. Felix Bauer ist OpenSource-Evangelist und besitzt den Master of Science in Security and Forensic Computing. Felix Bauer hat bereits an zahlreichen IT-Sicherheitskonferenzen und sonstigen IT-Sicherheitstagungen teilgenommen und diverse professionelle Qualifikationen im Bereich IT-Sicherheit erworben. Er ist Mitbegründer der Initiative bleib-Virenfrei.

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